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Daniel Fessl

© Daniel Fessl

Zweiter Lavanttal-Sieg für Hermann Neubauer

Der 30-jährige Salzburger fuhr zu einem ungefährdeten Triumph bei der Lavanttal Rallye 2019. Hinter ihm gab es einen dramatischen Kampf um Platz zwei, der schließlich an Julian Wagner vor Niki Mayr-Melnhof ging.

Das Lavanttal stand am Freitag und Samstag wieder im Mittelpunkt des heimischen Rallyegeschehens. Der MSC Lavanttal mit Obmann Horst Nadles und seinen Vorstandsmitgliedern Willi Taudes und Günther Joham veranstaltete die 43. Auflage dieses Traditionsbewerbs, der neuerlich als WeinbergerHolz Lavanttal Rallye 2019  über die Bühne ging.

Obwohl die Wetterbedingungen different waren (Freitag etwas Regen, dafür am Samstag schönes Wetter), strömten rund 50.000 Besucher zu diesem dritten heimischen Rallye Staatsmeisterschaftslauf, der auch zum Mitropacup gezählt hat. Es war mit 85 Startern aus 7 Nationen auch die bisher in Österreich bestbesetzte Rallye und bot den vielen Fans, Rallyesport auf hohem Niveau.

Der Kiwanis Club Unterkärnten war wieder um ein karitatives Programm bemüht. Man konnte frühere klassische Rallyeboliden bewundern, die von der Truppe der "slowly sideways"  aus Deutschland spektakulär eingesetzt wurden. Auch die heimischen Lenkradartisten wie Christoph Klausner (Audi Urquattro) und Jürgen Stoizner (Audi Quattro) sorgten im Vorfeld der Rallye für tolle Stimmung. Stargast war wie im Vorjahr der Österreicher Sepp Haider, der einen von Ihle Motorsport zur Verfügung gestellten Opel Manta 400 für Publikumsfahrten lenkte. Der Reinerlös aller Aktionen kam der Aktion "Wir geben Gas für Kinder in Not" zugute.

Obmann Horst Nadles zog für heuer wieder eine gute Bilanz: "Sehr positiv war,  dass uns WeinbergerHolz neuerlich als Namensgeber der Rallye zur Verfügung stand. Auch das Engagement des Landes Kärnten mit Landeshauptmann Peter Kaiser, der für den Kärntner Sport verantwortlich zeichnet, und der Stadt Wolfsberg waren wieder ein großer Rückhalt für die Veranstaltung. Neben einigen größeren und vielen kleineren Sponsoren gilt der besondere Dank der gesamten Organisations- und Funktionärsmannschaft des MSC Lavanttal. Es hat sich wieder bestätigt, dass das eine Supertruppe ist, die zu hundert Prozent hinter der Rallye steht und auf die man sich voll und ganz verlassen kann."

Zum Sportlichen:

Der Sieger der 43. WeinbergerHolz Lavantttal heißt Hermann Neubauer. Mit insgesamt sechs Sonderprüfungsbestzeiten und einer auch sonst taktisch perfekten Leistung sicherte sich der 30-jährige Salzburger heute seinen zweiten Sieg in Wolfsberg. Schon vor zwei Jahren war er in Kärnten schneller als alle seine Konkurrenten unterwegs. Dass der neuerliche Sieg des Staatsmeisters von 2016 auch heuer nur über ihn laufen würde, stellte der Ford-Fiesta-R5-Pilot mit seinem kongenialen Copiloten Bernhard Ettel an Bord von Anfang an klar. Mit drei von vier Bestzeiten legte das Duo am ersten Tag der Lavanttal-Rallye den Grundstein zum zweiten Saisonsieg. Denn auch die Rebenland-Rallye in der Südsteiermark vor einem Monat war ihre erfolgreiche Beute.

Die Vorentscheidung über Hermann Neubauers Sieg fiel heute auf SP 7 am Prebl, als sich der einzige in Schlagdistanz befindliche Verfolger Niki Mayr-Melnhof einen Reifenschaden am Ford Fiesra R5 einfing und dadurch über eine Minute auf den Spitzenreiter verlor. Ab diesem Zeitpunkt schaltete Neubauer geschickt auf den Verwaltungs-Modus, begnügte sich statt mit Best- nur noch mit Top-3-SP-Zeiten auf den Prüfungen und brachte so den Triumph sicher ins Ziel.

Dramatisch verlief danach freilich der Kampf um die Podiumsplätze zwei und drei. Denn durch Mayr-Melnhofs Reifen-Malheur verlor dieser nicht nur den Kontakt zum Leader, sondern saugten sich dessen eigentlich abgeschlagenen Verfolger, die immer schneller werdenden  Brüder Julian und Simon Wagner, an den Zweitplatzierten heran. Immer wieder wechselte Platz zwei und drei zwischen Julian Wagner und Niki Mayr-Melnhof hin und her - ehe das rasante Duell dann darin gipfelte, dass Wagner vor der fast 20 Kilometer langen letzten Sonderprüfung Remsnegger - Thürn lediglich neun Zehntelsekunden hinter Mayr-Melnhof lag. Letztendlich drosch Julian Wagner seinen Skoda Fabia R5 um 3,6 Sekunden schneller über den Asphalt als Mayr-Melnhof, krallte sich noch Platz zwei und verteidigte so auch seine Führung in der Österreichischen Staatsmeisterschaft. Simon Wagner, wie sein Bruder in einem Skoda Fabia R5 unterwegs, blieb am Ende ein ebenso guter vierter Platz.

Die Stimmen der Toppiloten:

Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5): "Ich bin überglücklich. Es war ein souveräner Sieg. Ich bin ab Mittag ohne Risiko gefahren und habe alles getan, um einen durchaus möglichen Reifenschaden zu vermeiden. In der abschließenden Powerstage habe ich aber mit einer Bestzeit gezeigt, dass ich diese Rallye eigentlich  beherrscht habe."

Julian Wagner (Skoda Fabia R5): "Gestern habe ich über eine M8nute im Regen verloren. Heute ist  es immer trockener geworden und ich bin immer besser in die Rallye reingekommen. Dass es am Ende noch der zweite Platz geworden ist, freut mich natürlich sehr."

Niki Mayr-Melnhof (Ford Fiesta R5): "Gestern ist es für uns super gelaufen. Heute hat nicht mehr alles so gepasst. Ein Reifenschaden und ein Servolenkungs-Ausfall haben mich stark eingebremst. Gratulation an Hermann zum Sieg, aber auch an Julian, der verdient Zweiter geworden ist."

Simon Wagner (Skoda Fabia R5): "Wenn nur ein Tag bei dieser Rallye gezählt hätte, wäre ich heute als Sieger rausgegangen. Trotzdem bin ich mit dem vierten  Platz sehr zufrieden und möchte mich bei meinen Lavanttaler Sponsoren bedanken, das ich hier überhaupt fahren konnte."

In der 2WD-Staatsmeisterschaft gewann der nicht punkteberechtigte Deutsche Hermann Gassner jun. (Toyota GT86) vor dem Ungarn Antal Kanyik (Peugeot 208 R2), der aber sehr wohl in Österreich punkten darf. Platz drei ging an den Steirer Enrico Windisch im Citroen C2 R2.

Auch in der Junioren-Staatsmeisterschaft ging der Sieg nach Ungarn und zwar an Martin Laszlo (Peugeot 208 R2) vor dem Steirer Michael Röck (Opel Adam R2) und dem Kärntner Nico Mitterbacher (BMW E30).

Den Österreichischen Rallye Cup der AMF sicherte sich der Kärntner Andreas Schart (Mitsubishi Lance IX): Er gewann vor dem dem Salzburger Reini Sampl (Audi TTS) und Christian Luif (Mitsubishi Evo IX) aus Niederöösterreich. - Der Rallye Cup 2000 ging an den Niederösterreicher Alfred Leitner (Peugeot 208) vor dem Steirer Martin Pucher (Citroen Saxo) und den Oberösterreicher Thomas Kaiser (Mini Cooper).

Der Niederösterreicher Gerhard Openauer gewann mit seinem Ford Escort RS2000 die Historische Rallye Staatsmeisterschaft vor dem Kärntner Patrick Hochegger (Opel Kadett).- Im Historischen Rallye Cup siegte Nico Mitterbacher aus Wolfsberg vor Matthias Haas (BMW E36) aus der Steiermark.

 

 

Lavanttal Rallye 2019, Endstand nach 12 Sonderprüfungen:

  1. Hermann Neubauer/Bernhard  Ettel, Ford Fiesta R5               1:54:27,8 Std
  2. Julian Wagner/Anne Katharina Stein, Skoda Fabia R5                  +40,8 Sek
  3. Niki Mayr-Melnhof/P. Welsersheimb, Ford Fiesta R5                   +43,5 Sek
  4. Simon Wagner/Gerald Winter, Skoda Fabia R5                        +1:24,1 Min
  5. Kristof Klausz/Agnes Fanardi, Skoda Fabia R5                          +3:44,8 Min
  6. Rok Turk/Blanka Kacin, Hyundai i20 R5                                  +5:25,8 Min
  7. Johannes Keferböck/Ilka Minorm, Skoda Fabia R5                    +5:35,2 Min
  8. Gergely Fogasy/David Berendi, Ford Fiesta R5                         +8:36,9 Min
  9. Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser, Mitsubishi Evo X R4         +9:32,9 Min
  10. Vlastimil Majercak/Pavol Kusnier, Ford Fiesta R5                      +9:43,5 Min
  11. Kris Rosenberger/Christina Ettel, Porsche 997 GT3                  +11:53,5 Min
  12. Gernot Zeiringer/Bianca M. Stampfl, Skoda Fabia S2000          +12:10,1 Min
  13. Hermann Gassner/Ursula Mayrhofer, Toyota GT86                  +12:46,4 Min
  14. Andreas Schart/Christoph Gutschi, Mitsubishi Evo IX               +16:57,9 Min
  15. Reini Sampl/Melanie Kalinke, Audi TTS                                +18:47,5 Min

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