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Kurt Pinter/Mazda

Herzig und bissig. Und: Ja.

Einstieg ins MX-5 Cup Car ist nur mit Schuhlöffel möglich.© Kurt Pinter/Mazda

Wer ist Schneller?

Sind Simulator-Freaks auch fit für die reale Rennstrecke? Mazda geht dieser ungeklärten Frage auf den Grund und belohnt drei europäische Rennsport-Talente mit einem Startplatz beim Global MX-5 Cup Finale im kalifornischen Laguna Seca. Auf zur Korkenzieher-Kurve – Friends of MX-5. Johannes Böhm konnte den japanischen Rennwinzling exklusiv testen.

Der ehemalige Formel 1-Rennfahrer und Le Mans Sieger Johnny Herbert schält sich ins Innere des MX-5 Cup Renngefährts und schnallt die Gurte während er meine Befindlichkeiten verbal abklopft. Es ist sonnig warm, ich hocke am Cositz an Bord des Hosentaschen-Racers in der Pitlane der Rennstrecke Parcmotor. Der Ring liegt eine Autostunde nördlich von Barcelona, ist keine fünf Jahre alt und die hügelige 4,1 Kilometer-Strecke erinnert ein bisserl an einen Red Bull-Ring, der mit Brückenüberfahrt und Extraschleife garniert wurde. Ich zähle die Kehren: 1,2,3,4... Zack. Johnny Herbert haut die Erste rein und brettert auf die Strecke. Der kleine Mazda klingt ordentlich, ein vollmundiges Auspufforchestor dringt durch den Helm ans Ohrwaschel. Der Engländer prügelt durch die erste Kurve. Easy, denk ich. Aber dann. Es geht aufwärts, steil aufwärts. Dann eine blinde Rechtskurve mit knapp 150 km/h, gefolgt von einer engen links. Und es geht wieder bergab. Unbeirrt bleibt Herbert am Gas und ich seh uns schon im Kiesbett. Falsch. Das ist eine flinke Links bergauf. Genial. Jetzt macht sich Achterbahnfeeling breit und der federleichte Rennroadster wuselt sauschnell über den Asphalt. 13 Kehren später landen wir wieder in der Pitlane zur Arbeitsteilung. Diesmal kraxle ich ins Cockpit und folge der Rennfahrerfährte. Grünes Licht, ab geht’s...

Simulator-Genie

Es gibt wahrlich schlimmere Tage. Katalunien, Sonne und ein MX-5 Rennauto samt Rennstrecke. Das ist aber noch nicht alles. In der Boxengasse findet sich ein High-Tech-Simulator, den ein junger Franzose mit fast überirdischen Reflexen bedient. Evan Maillard ist iRacing-Spezialist und unter 60.000 registrierten iRacing-Usern einer der Schnellsten seiner Art. Meine Versuche am Renn-Simulator sind zwar nicht schlecht, aber zu Evan Maillards Bestzeit fehlen Welten. Trotz unzähliger Versuche wird’s nicht besser – eher nur schlimmer. Evan begegnte iRacing 2009, infizierte sich nachhaltig und investiert seitdem zwei bis drei Stunden täglich. Fortan feilte er an seinem Digital-Gefühl, studierte die Geheimnisse der Fahrphysik und matche sich mit anderen Digital-Racern rund um den Globus. Schnelligkeit ist nie Zufall – auch nicht hinterm Digital-Volant.

Rennsport-Belohnung

Und nun zur Frage der Fragen: Wer ist schneller, wer talentierter? Taugt der Simulator auch für´s „echte“ Rennfahren? Mazda geht dieser ungeklärten Frage auf den Grund und belohnt drei europäische Rennsport-Talente mit einem Startplatz beim Global MX-5 Cup Finale im kalifornischen Laguna Seca. Johnny Herbert ist da ein bisserl skeptisch. „I don´t really believe in it. There is something important missing. Courage. You don´t learn this on a computer.“ Herbert spricht die gute alte Mutkurve an, wo ein Rennfahrer zur Entscheidung gedrängt wird – Vollgas oder lupfen, durchkommen oder einen Crash riskieren? „There should be a huge stone falling on the digital pilot, when crashing. That´s the only way to show what it takes, when risking too much.“ Ich grüble. Er hat recht. Beim Simulator macht das Reset-Knopferl alles wieder gut.

Digital-Real

Evan Maillard sieht die Sache anders. „I think I am also good on real conditions. I did some testing already, and they told me I did pretty well.“ Und der junge Franzose könnte Recht haben. Nissan hat immer wieder Play Station-Racer gecastet und in echte Rennwagen geschnallt. Und diese Burschen waren schnell und zuverlässig. Jedenfalls sehe ich Evan´s Augen bereits die reinste Aufregung – endlich in Wirklichkeit „racen“.

Auf zur Rennstrecke

Drei Cockpits warten im September beim Finallauf des MX-5 Global Cups im kalifornischen Laguna Seca – für ganz Europa. Es wird tough, richtig tough. Hürde 1: Die Qualifikation via iRacing mit einem MX-5 Cup Auto auf der Digital-Version von Laguna Seca. Wobei das Programm iRacing für jeden PC-Besitzer gratis zu haben ist. Auch die Teilnahme ist gratis. Hürde 2: Die 20 schnellsten werden Anfang Juli nach Spanien zur Rennstrecke Parcmotor geladen und kraxeln dort in echte MX-5 Cup Autos.

Hammer Challenge

Wäre das nicht schwer genug, matchen sich iRacing-Finalisten mit erfahrenen Motorsportlern um die drei Cockpits. Hammer Chance – aber auch eine Hammer Challenge. Also ran an die Tasten und Lenkräder – ab Anfang Mai. Die günstigste iRacing-Lizenz kostet übrigens ein paar Dollar und der MX-5 ist digital gratis verfügbar.

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