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Plötzlich Prinzessin

Jaguar schnallt dem XF einen praktischen Rucksack um. Der ist nicht nur schön anzusehen, sondern macht den feschen Briten zum Familientransporter mit adeliger Note.

Kombis bei Jaguar sind zwar selten, verleihen dem Fahrzeugsegment aber eine gewisse Royalness. Mit dem neuen XF Sportbrake kann man sich jetzt nicht nur die Ehrwürdigkeit des Buckingham Palace ins Carport, die Noblesse der oberen 10.000 in den Innenraum und den Anmut einer betont nasalen Aussprache in die Stammtischdiskussion holen, sondern diesen königlichen Lebensstil auch im Falle von Nachwuchs beibehalten. Bestes Beispiel dafür ist die kleine Marie. Sobald sie hinten im großen Jaguar sitzt, mutiert sie zur Thronfolgerin. Was sie nicht weiß: Auch die Eltern fühlen sich an Bord der Rucksack-Katze ein bisschen blaublütig. Es stellt sich sofort eine gewisse Entspannung ein, denn man spürt instinktiv, dass es in einem Jag keinen Stress braucht. Erstens, weil man mit Kind im Fond sowieso zur gemächlicheren Fahrweise angehalten ist. Und zweitens, weil man eine leicht aristokratische Aura versprüht, die besagt, dass man nie zu spät kommen kann - maximal kommen andere zu früh. Man fühlt sich also über den Dingen stehend.

Ein Jaguar als Familienmobil erleichtert den Eltern zwar nicht den Alltag, bereichert selbigen aber um eine angemessene Noblesse. Man bleibt nicht einfach vor dem Indoorspielplatz stehen, man fährt vor. Der Unterschied ist, dass die dahinter wartenden Eltern, die ihre Kids ebenfalls vor dem Hauptausgang aussteigen lassen möchten, nicht hupen. Auch dann nicht, wenn das Abschnallen, Herausheben und gegebenenfalls das Aufsammeln von dringend notwendigem Spielzeug etwas länger dauert. Wir erinnern uns - im Jag braucht es keinen Stress. Manchmal kommt dafür Ratlosigkeit hinzu. Warum kann ich die Kofferraumklappe nur von innen bedienen, wenn die Zündung läuft? Warum kann ich die digitalen Armaturen nicht wirklich individualisieren? Warum müssen Autos von der Insel immer so eine eigenwillige Infotainmentbedienung haben? Man fragt sich auch, warum hierzulande vermehrt zur deutschen Konkurrenz gegriffen wird. Klar, ein BMW 5er (Siehe Tests) ist etwas sportlicher, der Audi A6 besser verarbeitet und eine Mercedes E-Klasse bietet mehr Prestige. Dennoch kann man den Jaguar als gute Mischung mit den Eigenschaften der drei genannten sehen - gewürzt mit ein bisschen Aristokraten-Feeling.

Während die kleine Marie sich bei der Fahrt mit einer freien Sicht auf den Himmel durch das riesige Panoramadach unterhält, ist Letzteres bei allen Insassen auch im Flüsterton möglich. Der Zweiliter-Diesel ist nämlich nicht nur erstaunlich flott, sondern auch unglaublich leise. Damit sind nicht nur die einklappbaren Lüftungsdüsen auf Museum of modern Art-Niveau, sondern auch die Geräuschkulisse. Der bekannte Drehknopf des Automatikgetriebes, der bei Nichtgebrauch in der Mittelkonsole verschwindet, ist es sowieso. Ebenfalls in der Moderne angekommen ist der Rest vom Cockpit. Dass die Herrschaften in Coventry keine mittelgroßen Regenwälder mehr für die Interieurverkleidung abholzen, ist ja seit der letzten Generation des XF bekannt. Dass der Innenraum aber so enorm stilvoll daherkommt, ist neu. Dabei sind es Kleinigkeiten die den Unterschied ausmachen, wie die schmale Holzleiste, die sich von der einen Türe unter der Windschutzscheibe durch auf die andere Seite schmiegt - nur unterbrochen von einer winzigen, türkis beleuchteten Aluplatte mit eingraviertem Firmenemblem.

Irgendwann hat sich Marie aber dann doch am Himmel sattgesehen und wird quengelig. Jetzt haben wir ein Problem, denn die Rückbank ist so weit weg, dass man von den vorderen Sitzplätzen nicht zur kleinen Prinzessin gelangt. Es hilft nix, jemand muss nach hinten und die Kleine beschäftigen. Und selbst für Erwachsene ist der Fond riesig, da lassen sich ja die Beine übereinander schlagen. Außerdem wirkt es fast so, als ob das weiche Ledergestühl hinten bequemer ist als vorne. Schade, dass Marie das durch den Kindersitz nicht mitbekommt. Aber ihr ist das egal. Sie weiß, dass sie auch ohne Jaguar die Prinzessin ihrer Eltern bleibt. Dafür wissen ihre Eltern, dass es auch eine gute Alternative abseits der deutschen Hersteller gibt.

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