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REISE-aktuell / Johannes Böhm

Der französische Pass Col de Turin lädt zu genussvollen Autotouren in der schönen Landschaft ein. © REISE-aktuell / Johannes Böhm

On Tour: von Monte Carlo über den Col de Turini

Wenige Autominuten hinter den klirrenden Champagnergläsern von Monte Carlo und den vom Mistral verwehten Ufern von Nizza und Cannes, findet sich im Spätherbst die reinste Fahrfreude. Johannes Böhm wedelte elektrisch übers Kurvel-Karussell in Richtung Col de Turini.

Nizza ist schön, also sofern man es mag. Die Strandpromenade lockt mit Meeresduft, ist aber selbst Mitte Oktober prall gefüllt und hektisch. Und beinahe jedes Steinchen entlang der Cote d´Azur von Monte Carlo bis Saint Tropez ist bekannt. Weniger bekannt ist das bergige Landschafts-Paradies wenige Autominuten hinter der Riviera. Die schmalen, rauen und knapp am Abgrund schlängelnden Straßen des bergigen Hinterlandes sind ein ideales Revier, um die Monotonie glatt gezogener Autobahnen oder Schnellstraßen abzuschütteln. Und nicht ohne Grund prügrln alljährlich Rallyeautos durch die Berge Massif du Mercantour im Rahmen der Rallye Monte Carlo.

Hektik Adé – das ist mein Motto und säusle elektrisch von der Riviera ins Hinterland, wo sich weder Zeugnisse des Jetsets noch des Lifestyles finden – hier übernehmen französische Lebensfreude und Tradition das Ruder. Mein Gefährt, das Elektroauto Nissan Leaf, passt perfekt zur Landschaft und die Geräuschlosigkeit gönnt mir eine willkommen intensive Landschafts-Bekundung. Ab Sospel geht’s auf der D2566 richtig aufwärts, der Asphalt beginnt sich in unendlicher Radienvielfalt zu winden, die Aussicht wird teils atemberuabend. Dazu addieren sich Naturtunnels, felsige Überhänge, Steinbegrenzungen, teils waghalsige Abgründe und kaum zu zählende Serpentinen. Selbst im gemächlichen Elektro-Tempo macht sich massig Fahrspaß breit und ich verschmelze förmlich mit der Landschaft, während ich mich stetig und sicher zur Passhöhe auf 1.607 Metern schraube.

Ein paar Häuser, eine Kreuzung, ein staubiger Platz – das ist der Col de Turini. Trotzdem hüllt sich der Ort in eine besondere Aura und wandelt während der Rallye Monte Carlo zu einer riesigen Freiluftparty. Schlaflos am Col de Turini – für Rallye-Fans ist das ein Muss. Mitte Oktober strampeln weder Radler noch jauken Motorradler ihre Gefährte nach oben und es herrscht besinnliche Ruhe. Ich parke beim Hotel des Trois Vallées, ordere Café samt Croissant und inhaliere die grandiose Stimmung. Im Inneren des Hotels ist übrigens jeder Quadrat-Millimeter mit Zeugnissen der Rallye zugepflastert. Es lohnt sich also auch ein zweiter Café.

Die Abfahrt auf der D70 in Richtung La Bolléne Vésubie ist nicht minder beeindruckend. Im Gegenteil – die teils schroffen Abhänge und die enge der Strecke macht die Abfahrt zum atemraubenden Erlebnis. Elektrisch bergab ist übrigens ein besonderes Erlebnis – während ich am Berg noch 30 Prozent Akkukapazität zur Verfügung hatte, zeigte das Display nach der schlängelnden Fahrt ins Tal 46 Prozent an.

Wunderschöne Landschaften, die selbst ganz ruhige Gemüter inspirieren und natürlich atemberaubende Aussichten: Das erwartet abenteuerlustige Reisende, die die Küste hinter sich lassen und die Ausläufer der Seealpen erkunden.

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