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Lennen Descamps

Ein California im Schnee? Selten. Auf Eis und Schnee wirkt der Ferrari aber ein bisserl wie ein Tiger im Nachtkastl. 560 PS und Schnee verlangen ein sensibles Gasfusserl...© Lennen Descamps

Im Tal der Bären

Nach Andermatt lockten mich die Ursprünglichkeit und Schönheit der Schweizer Alpen und das derzeit wohl luxuriöseste Alpenhotel der Eidgenossen. Standesgemäß trudelte Johannes Böhm mit einem Ferrari California T in die Wohlfühl-Oase nahe des Gotthard Passes und durfte den Ferrari auch richtig übers Eis prügeln.

California im Schnee – Ganz und gar nicht alltäglich und mit Verlaub außergewöhnlich. Das traditionelle Ferrari-Domizil sind trockene und griffige Asphaltbänder oder aufpolierte Innenstadt-Hotspots – bei strahlender Sonne und wohligen Temperaturen. Muss das so sein? Keinesfalls. Eine dichte Wolkendecke überspannt den Horizont, Frau Holle schüttelt Neuschnee auf die schweizer Gebirgslandschaft und ich reise entspannt an Bord des Ferrari California ins Tal der Bären. Rund zwei Stunden südlich von Zürich wartet ein frisch aufpolierter Hoteldiamant inmitten eines verschlafenen Städtchens Andermatt.

Die ersten Reis-Esser

Frischer Glanz, denn Andermatt hatte seine besten Zeiten bereits im vorigen Jahrhundert. Angeblich war Andermatt das erste Skigebiet der Schweiz und die Nähe zu Italien brachte auch Handelsvorteile. So sollen sich die Einwohner damit rühmen, als erste Schweizer Reis aus der Poebene verkocht zu haben. Nun ja. Der Krieg änderte alles und die Nähe zu Italien wurde zur strategischen Angelegenheit erklärt. Das Städtchen mutierte zum Militärhauptquartier, die Hotels zum Kommandoposten, neue Gleise wurden installiert um Nachschub zu garantieren.

Das Wunder von Andermatt

Andermatt wandelte vom Hot Spot der Créme de la Créme zum charmebefreiten Funktionsort. Die Touristen blieben aus, die Skianlagen überdauerten Jahrzehnte und der Glanz wanderte in andere schweizer Täler. Und dann folgte das Wunder von Andermatt. Der ägyptische Milliardär Samih Sawiris will das Schweizer Alpental in ein luxuriöses Ferienresort wandeln. Die Bewohner sind happy, das Projekt irre und der Wandlungsprozess voll im Gange. Einen Golfplatz gibt’s schon, eine Seilbahn wird nachgereicht, die Liftanlagen werden komplett erneuert und es wird weitere Hotels geben und Chalets und Apartments und und und... Andermatt 2.0 sozusagen.

Motor-Komposition

Der California sieht sich als Schmelztiegel von Eleganz, Sportlichkeit und Vielseitigkeit und fand in jüngster Überarbeitung zu neuer Größe. California 2.0 sozusagen. Die Motorenpäpste in Maranello komponierten dem Gran Turismo einen V8-Doppelturbo-Benziner mit grandioser Kraftentfaltung, spontanem Antritt und mitreißendem Klangbild. Jeder Gasbefehl wird Verzögerungsfrei in Vortrieb umgesetzt und mit 560 PS und 755 Nm ganz schön gewaltig. Auf trockenem Asphalt katapultiert sich der California T in 3,6 Sekunden auf Tempo 100. Auf verschneiter Piste gewähre ich der Sicherheit Vorrang und verkneife mir Gaspedal-Attacken. So paradox es auch klingen mag, aber der V8-Turbo ist dank des immensen Drehmomentberges mit gefühlvollem Gasfuß souverän auf Schnee unterwegs.

Mystische Teufelsbrücke

Nach einigen steilen und engen Serpentinen und der mystischen Teufelsbrücke – die Namensgebung rührt von einer bunten Sage des Volksmundes und ähnelt derer unseres Stephansdoms – empfängt mich „The Chedi“, eines der derzeit besten Hotels der Schweiz. Passender hätte die Unterbringung nicht sein können – aus dem edlen Lederinterieur des California T in die pompöse Empfangshalle des Fünf-Sterne-Plus-Hauses. Entworfen vom Stardesigner Jean-Michel Gathy, bietet das Luxushotel alles und noch mehr. So sorgt sich ein eigener Skibutler um den artgerechten Transport zu den nahe liegenden Skigebieten. Wobei einem das Verlassen des Hotel richtig „ausgeredet“ wird. Neben den exquisiten Zimmern (gesteuert werden Kamin, Temperatur, Licht und Jalousien per iPad) locken palastartige Lounges, die unbeschreibliche Zahl von 86 offenen Kaminen, Wein- und Zigarren-Zimmer, eine Aprés Ski Bar und ein überkomplett ausstaffiertes Spa. Für Gaumenerlebnisse sorgt sich feinste Kulinarik mit asiatischer, indischer, japanischer und schweizer Komposition. Das ganze kostet natürlich entsprechend. 900 Franken pro Nacht um genau zu sein.

Zart bis hart

Dennoch halten mich keine zehn Pferde im The Chedi. Ich stapfe in die Winterlandschaft, denn vor der Hoteltüre brabbelt ein Ferrari California T und wenige hundert Meter entfernt warten ein gründlich vereister Spielplatz, dazu erfahrene Instruktoren und als Folge massig Fahrspaß. Wann ergibt sich schon die Möglichkeit mit einem Ferrari über eine gesperrte Eispiste zu rutschen und die Grenzen auf Schnee und Eis auszuloten. Von einfachen Fahrmanövern, über leichte Drifts bis zum Kreiselmanöver mit quergestelltem Ferrari-Hintern, der knallrote Manettino-Schalter am Sportlenkradl bestimmt das Wesen der Italienerin – sozusagen von zart bis hart.

Tiger im Nachtkastl

Im Comfort-Modus zügelt die Elektronik Beschleunigungs-Exzesse und sorgt für maximale Vortriebs-Stabilität. Der Sport-Modus ermöglicht eine flottere Gangart mit dezenten Driftwinkel, wobei die Elektronik Dreher oder Fremdkontakte der ungewollten Art verhindert. Die Elektronik zügelt die schiere Power des V8-Turbo und der California T wirkt ein bisserl wie ein Tiger im Nachtkastl. Er würde gerne ausbrechen – darf aber nicht. Das ändert sich schlagartig bei „ESC Off“. Soll heißen: Elektronik adé. 560 PS, 755 Nm, Hinterradantrieb und mein Gasfuß. Genial, einfach genial. Jetzt röhrt und kreischt der V8, die Hinterräder wühlen sich durch den Schnee und das Heck driftet bei artgerechter Führung spektakulär über die Eispiste. Grandios ist ebenfalls das 7-Gang-Sportgetriebe. Ein kleiner Zupfer am Schaltpaddle hinterm Lenkrad und das Getriebe legt den Gang in der Dauer eines Wimpernschlags ein, wobei die Intensität der Gangwechsel vom Fahrmodus abhängen. Diese hitzigen Fahrmanöver überreden mich sogar zum Cabriobetrieb, was keine 14 Sekunden – selbstverständlich vollelektrisch – in Anspruch nimmt. Und kurzzeitig blitzt die Sonne hervor und beleuchtet das Bergpanorama von Andermatt. In dieser Kombination ein kaum zu toppendes Erlebnis.

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