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Der kleine G

Seit Jahrzehnten ist der Jimny konkurrenzlos und der neue Suzuki ist nicht nur optisch eine Wucht, sondern auch ein echter Offroader. Zeigt er City-SUVs, wo es lang geht?

Unglaubliche 20 Jahre lief der Jimny von den japanischen "Werksbandeln". Zwei Jahrzehnte - in Zeiten, wo Volumensmodelle üblicherweise alle drei Jahre aufgefrischt werden. Beeindruckend sind auch die Verkaufszahlen, denn in zwei Jahrzehnten wurden gut 400.000 Jimny ́s über Europa verteilt. Und die Verkäufe blieben bis zur Wachablöse konstant hoch. Dazu Helmut Pletzer, General Manager Suzuki Austria: "Der Jimny hat sich von Anfang an wie von selbst verkauft. Sogar die letzten Modelle des Vorgänger haben wir ohne Rabatte verkaufen können."

Da stellt sich folgende Frage: Warum ist der Jimny ein Selbstläufer? Und die Antwort ist überraschend simpel, denn der Jimny nach wie vor konkurrenzlos. Seine Geländefähigkeiten lassen sich am ehesten mit Gefährten vergleichen, die es entweder nicht mehr gibt oder um ein vielfaches teurer sind. Aber es waren nicht nur Jäger, Förster und andere Professionisten, die den Jimny zum Legendenstatus verhalfen. Die kleinen Kraxler wurden - und werden in Zukunft noch viel mehr - auch von Städtern geschätzt. "Wir sehen den neuen Jimny nicht nur als robusten Offroader, sondern auch als kompakte alternative für City-SUVs", so Pletzer. Dabei hätte alles anders kommen können.

Suzuki Österreich spielte eine wichtige Rolle bei der Charakterbildung des neuen Jimny. Die Japaner wollten den Jimny ursprünglich zu einem Soft-Offroader degradieren. Österreich intervenierte mit anderen Europäern - erfolgreich. In der Konzeptionsphase reiste sogar eine japanische Techniker-Delegation ins burgenländische Allradzentrum Stotzing und dort wurden die Techniker von Christian Karlberger bezüglich relevanter Geländefähigkeiten aufgeklärt.

Haben die Japaner ein Ziel definiert, wird mit eisernem Willen entwickelt und optimiert. So wurde der Leiterrahmen um 50 Prozent versteift, die klassischen Offroader-Achsen (Starrachsen mit Längslenker und Schraubenfedern) wurden ebenso versteift, dazu der Benziner-Hubraum auf 1,5 Liter erweitert und wie beim Vorgänger findet sich auch ein Untersetzungsgetriebe. Die Bodenfreiheit ist mit 210 mm sogar höher als beim Alten und auch Böschungs- und Rampenwinkel ernteten ein paar Bonusgrade. Beachtlich ist zudem der Melange aus klassischer Allrad-Architektur und Elektronik. So helfen auch eine Bergabfahr- und Berganfahrhilfe bei Gatschwühl-Aktionen und der neue Lenkungsdämpfer merzt unangenehme Lenkradstöße aus. Was auch auf der Straße von Vorteil ist. Beim "Offroaden" fiel auch die erhöhte Leerlaufdrehzahl positiv auf. Mit aktivierter Untersetzung ließe es sich mit Standgas über Hindernisse kraxeln. Ein äußerst entspannender Offroad-Bonus.

Offroad ist der Jimny wieder eine Wucht. Aber wie fährt er sich Onroad? Speziell der Vorgänger begegnete manchen Asphaltstraßen wie ein nervöser Flummi. Das ist für mich mit Sicherheit die größte Überraschung des neuen Jimny, denn der kleine Kraxler fährt sich entspannt und kommod. Er neigt sich zwar liebevoll in Kurven, wirkt dabei aber solide und dämpft freudig Unregelmäßigkeiten aus der Fahrbahn. Die Bremsen sind bissig und die Lenkung ist zwar nicht so direkt wie bei anderen City-SUVs, dafür aber exakt. Auch das Spiel um die Mittellage wurde gegenüber dem Vorgänger minimiert. Dazu serviert Suzuki eine üppige Ausstattung mit jeder Menge Sicherheits-Assistenz.

Und dann erst die Optik. Nicht zu Unrecht wird bereits liebevoll vom kleinen "Puch G" gesprochen. Dabei mixte Suzuki außen und innen einen herrlichen Design-Mix aus vergangenen Jimny- und Samurai-Generationen. Besonders das Armaturenbrett erinnert ungefiltert an den Samurai. Zweifelsfrei hat Suzuki mit dem Jimny eine beeindruckende Punktlandung geschafft und der Japaner wird einigen City-SUVs nicht nur sprichwörtlich zeigen, wo es lang geht. Einziger Haken: Bis März 2019 kommen "nur" 750 Stück nach Österreich und die werden flugs vergriffen sein.

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