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Bella SUViccini

Im Volksmund heißt es ja oft: Gut Ding braucht Weile – und die hatte Alfa Romeos erstes SUV zu Haufe. Aber ist es auch wirklich gut?

Wir schreiben das Jahr 2016: Alfa Romeo stellt die lang erwartete Giulia vor. Nach den Klein- und Kompaktwägen mit Fiat-Technik und dem kompromisslosen 4C war die Limousine ein wahrer Befreiungsschlag für wahre Alfisti. Nun konnten endlich die irgendwie am Leben erhaltenen 156 in den Ruhestand geschickt werden - es gab einen neuen, waschechten Alfa. Blöd nur, dass Limousinen aktuell alles andere als ein Boom-Segment sind. SUV sind nach wie vor auf dem Wunschzettel der Autokäufer. Also nahm man die Giulia-Ingredienzien, überdachte die Außenhaut und erhöhte die Bodenfreiheit und ausserdem addierten die Verantwortlichen einen Allradantrieb hinzu. Voilà - der Stelvio war geboren.

Und er sieht fabelhaft aus - nicht gekünstelt, sondern einfach schick. Der große Vorteil seiner Karosserie ist, dass die Optik nicht zu Lasten der Platzverhältnisse geht. Schönheit muss also nicht immer leiden - trotz flacher Heckscheibe fasst das Stelvio-Gepäckabteil, das durch die niedrige Ladekante bequem zu beladen ist, angenehme 525 Liter. Auch in Reihe Zwo sitzt es sich luftig und auf keinem Fall so eng, wie es der Ruf früherer Alfa-Romeos befürchten lässt. Der beste Platz ist aber eindeutig der Fahrersitz. Nicht nur wegen der guten Sitzposition und schon gar nicht wegen des altertümlich wirkenden Infotainmentsystems, sondern weil sich der Stelvio genau so fährt, wie man es sich von einem Alfa Romeo erwartet: Dynamisch. Das kleine Lenkrad scheint direkt mit den Rädern verbunden - ja, wir sitzen immer noch in einem SUV. Der zeigt ein enorm leichtfüßiges Handling, wobei ihm sein vergleichsweise geringes Gewicht natürlich hilft. Dadurch fühlen sich auch die 210 Diesel-Pferde lebhaft an. Die werden wiederum von einer Achtstufenautomatik mit Vorzeigecharakter verwaltet. Das alles schnürt ein Paket, das den höchsten aller Alfas zu einem der wenigen Fahrerautos in seiner Klasse macht - auch ohne vierblättriges Kleeblatt und mit unüberhörbarem Dieselschnattern.

Puristisch auch die Assistenzsysteme: Teilautonomes Fahren? Fehlanzeige. Digitales Cockpit? Wieso, wir haben doch klassische Rundinstrumente. Immerhin gibt es mittlerweile essenzielle Features wie Bremsassistent und Rückfahrkamera. Dafür zeigt der Stelvio neben dem sportlichen Fahrverhalten auch ein hohes Maß der von einem SUV erwarteten Langstreckentauglichkeit. Also ein Alfa, der praktisch ist, vier Jahre Garantie hat und auch die bequeme Gangart beherrscht? Kann das noch ein richtiger Alfa Romeo sein? Ohne Zweifel Ja.

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