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Harald Illmer

© Harald Illmer

Perger Mühlsteinrallye: Kampfansage in der Protoklasse

Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber übt sich einmal mehr als Motivator seiner schnellen Piloten - diesmal sei der Sieg in der Protoklasse angesagt, erklärt „Schmolli“. Zugleich präsentiert sich RRA wieder einmal als formidable Einstiegsplattform - drei Rookies verwirklichen ihre Pilotenträume, mit Iris Gerhard steht auch endlich wieder eine Frau am Start einer Sonderprüfung.

Race Rent Austria-Boss Wolfgang Schmollngruber kommt nach einem Kurzurlaub mit frisch geladenen Batterien und satten elf Teams zur Perger Mühlsteinrallye. Die kroatische Meeresluft hat bei „Schmolli“, wie man ihn in der Szene nennt, gewaltige Motivationsschübe ausgelöst, die er nun an sein Team weitergeben möchte: „Wir sind jetzt wirklich so weit optimiert, sodass wir nun bereit sind für eine klare Kampfansage in der Protoklasse (Klasse 8). Der Mitsubishi Lancer Evo IX Proto von Andreas Schart ist nun scharf wie eine Haubitze und Andreas hat das Zeug, um den Sieg in der Klasse zu holen. Das Gleiche gilt für Markus Stockinger, der jedoch mit seinem Mazda 2 Proto einen heftigen Testunfall hatte - Fahrer und Beifahrer ist zum Glück nichts passiert, Markus arbeitet fieberhaft daran, den ramponierten Mazda wieder in den Normalzustand zu bekommen. Immer für eine Überraschung gut ist Marco Aubrunner. Mein Sohn Alexander Schmollngruber fährt leider recht selten, aber auch er ist in meinen Augen ein Top 3-Kandidat in der Klasse. Wir haben in Perg sehr lange Sonderprüfungen mit zum Teil endlos langen Geraden - das sind ganz eindeutig Proto-Strecken und wir sind alle bis in die Zehenspitzen motiviert - ich kann es schon gar nicht mehr erwarten, dass es endlich losgeht. Wir sind jetzt bereit, um uns den Proto-Sieg zu holen...“ Was die vier genannten Piloten dazu sagen, lesen Sie weiter unten...

Ein Preisgeld gibt es teamintern auch für jene Teams, die es in der Klasse 7.1 auf das Podium schaffen. Alexander Baumgartner (Copilotin Vera Kaltenberger, Mitsubishi Lancer Evo III) sagt jedoch: „Mit zwei World Rally Cars in der gleichen Klasse wird das etwas schwierig. Ich freue mich, dass auch Riccardo Holzer dabei ist, er ist für uns schon so etwas wie eine Benchmark.“

Rudolf Leitner und Roland Matusch im Ford Fiesta Proto sieht Wolfgang Schmollngruber „auf die Top 3 der Protoklasse angesetzt“. Manuel Wurm und Stefan Hackl pilotieren wieder ihren Toyota Yaris M1, Reinhard Frühwald (Copilot Manfred Riegler, Mitsubishi Lancer Evo IX Proto) fuhr im Vorjahr in Weiz seine erste Rallye, in Perg ist er zum zweiten Mal im Bewerb zu sehen, davor war er auf Autoslalom und Bergrennen spezialisiert.

 

Race Rent Austria als Rookie-Sprungbrett

Einmal mehr erweist sich Race Rent Austria als das optimale Sprungbrett für Neueinsteiger. Unter den zehn im Bewerb der Perger Mühlsteinrallye antretenden Teams befinden sich zwei neue Pilot*innen. 

Felix Grundnig (mit Copilotin Laura Pöltl) wechselt nun endgültig vom begeisterten Rallyefan zum Rallyepiloten. Er möchte „jenen Fans, die sich auch die Startnummer 58 ansehen, etwas bieten - ich fühle mich etwas quer sicherer als wenn ich am letzten Zacken sauber fahre“, sagt er nach einem ersten Test - auch ein sportliches Ziel gibt es: „Wenn wir keine Fehler machen sehe ich die Top 5 in der Klasse 8 als ein erreichbares Ziel.“

Iris Gerhard ist den Rallyefans bereits als Vorausautopilotin aufgefallen und konnte auch mit ihren Merchandising-Ideen vor allem bei den jungen Fans punkten. Sie sagt: „Wir wollen nicht Letzte werden und ich hoffe, dass uns niemand einholen wird, denn es starten doch einige andere Teams hinter uns.“ Copilot Robert Linhart hat bereits zwei Rallyes im Bewerb absolviert. RRA-Mechaniker Cihan Agül debütiert im Vorausauto.

 

Schart/Offner: „Schmolli motiviert uns sehr!“

„Ich bin noch nie in Oberösterreich gefahren - daher möchten wir natürlich unbedingt ins Ziel kommen“, sagt Andreas Schart, der wieder mit Rolf Offner antreten wird. Zur Kampfansage von Wolfgang Schmollngruber sagt Andreas: „Ja, ich weiß - Schmolli sagt, unser Proto ist wie maßgeschneidert für diese Strecken und natürlich motiviert uns das sehr! Wir haben auch das Auto wieder komplett durchinspiziert, damit ja kein Technikhund unsere Mission stören kann.“

Zur Streckencharakteristik sagt Schart: „Ich bin eigentlich eher der technisch anspruchsvollere Fahrer, habe es gerne kurvig. Aber ich habe in Weiz gesehen, dass auch Highspeed möglich ist. Es wird auf den Aufschrieb ankommen - auch hier wollen wir uns weiter verbessern und zum Beispiel den einen oder anderen Bremspunkt hinzufügen.“

Als härteste Gegner im Kampf um den Protosieg sieht er naturgemäß Christoph Zellhofer - aber auch Florian Auer aus Deutschland. „An ihm waren wir zuletzt schon ganz knapp dran, wir sind ähnlich schnell. Ich habe aber auch Alexander Schmollngruber auf der Rechnung.“

 

Stockinger/Moser: Nach Testunfall - SP1 als „Shakedown“

Die wichtigste Nachricht nach dem Testunfall von Markus Stockinger und Johann Rainer Moser: „Uns ist nichts passiert, es geht uns ausgezeichnet.“ Ächzend fügt Markus hinzu: „Es wird noch eine Challenge, dass ich das Auto rechtzeitig fertig bekomme. Wir haben rechts vorne mit zirka 50 km/h einen Baum erwischt - in der Kurve davor lag ein Stein, den wir getroffen haben, danach konnte ich das Auto nicht mehr kontrollieren.“

Zur Perger Mühlsteinrallye reist Markus Stockinger „ohne allzu große Erwartungen“. Zunächst. Denn: „Wir müssen mal auf der ersten Sonderprüfung sehen, ob alles einwandfrei funktioniert.“ Wenn das der Fall sein sollte, „würden wir natürlich wieder kräftig Gas geben“, versichert der Mazda-Pilot.

 

Aubrunner/Fischer: Angriff der „Eintagsfliegen“

„Volle Attacke“ - so lautet das Motto von Marco Aubrunner und seinen Copiloten Christoph Fischer im Mitsubishi Lancer Evo 6.5 Proto im großartigen, an einen langjährigen Zigarettensponsor erinnernden Design.

„Für mich ist die Mühlsteinrallye meine Heimrallye“, sagt Marco und scharrt bereits heftig in den Startlöchern. Den von Wolfgang Schmollngruber zugetrauten Sieg in der Protoklasse glaubt er nicht, erreichen zu können: „Der wird sich nicht ganz ausgehen - aber die Top 3 in der Protoklase sind durchaus drinnen. Man darf nicht vergessen, dass wir ein total gutes Starterfeld haben - und wir sind halt immer so ‚Eintagsfliegen‘, die aus Budgetgründen halt nur ab und an mal fahren. Das muss man dabei auch bedenken...“

 

Schmollngruber/Wögerer: „Realistisch bleiben!“

Alexander Schmollngruber, sonst der Juniorchef bei Race Rent Austria, wird in Perg wieder einmal selbst ins Lenkrad greifen, an seiner Seite Christoph „daCheese“ Wögerer. Eine große Favoritenrolle möchte Alexander ganz und gar nicht innehaben und verweist zurecht darauf, dass „ich im Schnitt zwei Rallyes pro Jahr fahre“. In Perg sei er „zuletzt vor genau drei Jahren gefahren“ - heuer gab es „vor einem Monat eine kleinere Testrallye in Deutschland“.

Dort, bei der ADAC Labertal Rallye konnte Schmollngruber junior jedoch mit Gesamtrang fünf hinter aber auch vor vielen bärenstarken BMW-Teams eine beachtenswerte Leistung abgeben. Könnte es also sein, dass er den Ball ein wenig flach hält? Alex lacht: „Wir wollen vor allem die Rallye genießen - ich sehe eher die anderen vorne, allein schon wegen der gefahrenen Kilometer. Sicher, wenn nichts schiefgeht, können wir vorne mitmischen - die Prüfungen in Perg sind vor allem für leistungsstarke Autos interessant, jenes von Andreas Schart zum Beispiel ist ein solches Auto.“

Alexander fügt hinzu: „Ich möchte am Montag nach der Rallye einfach wieder ganz normal in die Arbeit gehen, ohne einen Totalschaden am Hals zu haben. Man muss realistisch bleiben - wir haben ein sehr gutes Starterfeld und ich konzentriere mich einfach nur aufs Fahren, möchte es genießen.“

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