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Bestehende Garage aufrüsten

Egal, ob eigene Hobbywerkstatt, Unterstand für Auto und Motorrad, Partyraum oder E-Ladestation – eine Garage kann vieles sein. Aber was, wenn die eigene nur aus drei Wänden, einem Dach und einem quietschenden Tor besteht? Kann man so eine Garage aufrüsten? Und ist sie überhaupt noch zeitgemäß?

Früher nur als Wetterschutz für das Auto gedacht, müssen Garagen heute weitaus mehr bieten: In der Regel handelt es sich dabei um funktionale Erweiterungen des Wohnraums, um Lagerräume oder Platz für handwerkliche Tätigkeiten. Ein repräsentatives Tor integriert die Garage formschön in die Fassade des Hauses. Automatisierung sorgt wiederum dafür, dass sich das Tor des mit Wasser und Strom ausgestatteten, beheizbaren Raums auch noch wie von Geisterhand öffnet und schließt. Moderne Garagen bieten Platz für mehrere Fahrzeuge, beinhalten eine Arbeitsstation und vielleicht sogar eine Ladestation für E-Fahrzeuge. Aber was, wenn die Garage schon vor 40 Jahren gebaut wurde und keinerlei Komfort bietet? Bestehende Garagen können durchaus aufgerüstet werden. Von automatischen Garagentoren über eine spezielle Einbruchsicherung bis hin zu E-Ladestationen und Arbeitsstationen ist alles möglich.

Wann muss eine Garage modernisiert werden?

Wer mit seiner Garage vollauf zufrieden ist, muss natürlich nichts verändern. Alle anderen sollten überprüfen, in welchen Punkten sie konkrete Wünsche offenlässt. Aber was kann bei einer Garage überhaupt alles saniert werden, wo machen sich Altersspuren bemerkbar, und welche technischen Entwicklungen erfordern eine Aufrüstung? Der Zustand der Garage gibt Aufschluss über den Grad des Umbaus. Ist die Garage alt und baufällig, ist eine Sanierung nötig. Sollen lediglich ein paar Schönheitsfehler behoben werden, so ist keine vollständige Sanierung zwingend. Vielleicht geht es aber gar nicht darum, der alten Garage ein modernes Aussehen und Funktionalität zu verleihen, sondern sie nur mit neuen Funktionen auszustatten? Dann sprechen wir von einer Modernisierung – und die kann recht kostenintensiv ausfallen.

Die Sanierungsmaßnahmen reichen meist von Toren über neue Dächer und eine Fassadenüberarbeitung bis hin zur Innenraumsanierung. Letztendlich kommt es darauf an, wie die Garage derzeit aussieht. Grundsätzlich besteht eine Garage aus Tor, Dach, Innendecke, Fassade, Fußboden und Wänden sowie dem Innenraum. Sanierungsbedarf zeigt sich manchmal nur an einer dieser Stellen, häufig sind aber doch mehrere Komponenten betroffen. Ab wann lohnt sich also eine Sanierung? Diese Fragen sollte man sich vorab stellen:

  • Ist an den Laufschienen, am Torrahmen oder an den Halterungen Rost sichtbar? Dann ist ein neues Tor nötig.
  • Funktionieren die Torfedern noch einwandfrei, oder sind sie schon überdehnt? Vielleicht reicht es, die Federn auszutauschen?
  • Ist der Einbruchschutz zufriedenstellend? Wenn nicht, ist ein modernes, neues Tor angebracht.
  • Wie sieht das Dach aus? Ist es mit Moos und/oder Efeu bewachsen? Das würde für eine Sanierung sprechen.
  • Kann das Regenwasser ablaufen, oder sammelt es sich auf dem Dach? Letzteres erfordert eine Sanierung.
  • Wie sieht die Decke aus? Tropft Wasser hindurch, blättert die Farbe ab, sind dunkle Flecken sichtbar? Eine undichte Decke ist ein Sanierungsgrund!
  • Wie sieht die Fassade aus, sind die Kanten noch sauber gearbeitet, oder brechen sie aus?
  • Sind die Wandflächen intakt, oder befinden sich dort grobe Verunreinigungen, beispielsweise durch Pflanzenbewuchs?
  • Ist die Fassadenfarbe noch akzeptabel, oder ist die Farbe aufgrund von Luftverschmutzung, Witterung und anderen Einflüssen vergraut? Dann wäre ein neuer Anstrich nicht schlecht!
  • Ist der Fußboden der Garage noch intakt, oder ist der Boden rissig oder löchrig? Dann wäre ein neuer Bodenbelag sinnvoll.
  • Wie sieht der Bodenbelag an der Einfahrtskante aus – ist er intakt? Wenn nicht, sollten der Belag teilweise abgetragen und die Kante erneuert werden.
  • Rostet die Bodenschiene an der Einfahrtsschwelle? Der Rost sollte vielleicht nicht einfach abgeschrubbt werden.
  • Wie sehen die Wände im Innenraum aus? Sind sie feucht, zeigen dunkle Flecken oder Risse? Dann sollten sie saniert werden!
  • Riecht es in der Garage immer feucht und muffig? Dann stimmt das Raumklima nicht, die Wände sind feucht und bedürfen einer Sanierung.

Ob eine Sanierung schon lohnt, oder ob man lieber noch ein Jahr wartet, wenn beispielsweise auch das Tor zu erneuern ist, obliegt der persönlichen Entscheidung. Es macht natürlich Sinn, so viele Arbeiten wie möglich auf einmal zu erledigen – wenn man schon einmal dabei ist. Aber sollte man bei der Sanierung auch gleich modernisieren?

Wert der Garage hängt von Nutzungsmöglichkeiten ab

Perspektivenwechsel: Wir betrachten die Garage jetzt nicht als Ort, an dem ein Wagen witterungsgeschützt abgestellt wird, sondern als Teil der Immobilie. Und Immobilien halten ihren Wert über die Jahre hinweg nur, wenn sie funktional sind und das auch bleiben. Das gilt auch für die Garage. Fachgerechte Montagen, moderne und sichere Konstruktionen sowie ein gewisser Komfort sind heute Standard. Am Fundament wird bei einer bereits bestehenden Garage normalerweise nicht mehr viel gemacht. Wände und Dach müssen allerdings bisweilen saniert werden, denn das Bauwerk muss dicht sein. Ein modernes, automatisches Garagentor anzubringen oder Anschlüsse zu errichten, geht allerdings schon in Richtung Modernisierung.

Garagen haben sinnvollerweise sowohl einen Wasseranschluss als auch einen Stromanschluss. Die Wasserleitung wird von der Hausinstallation nach draußen zum Stellplatz geführt, zusätzlich muss ein Abfluss bestehen. Wurde das bei der Bauplanung noch nicht berücksichtigt, sind umfassendere Arbeiten nötig. Für den Stromanschluss reicht es dagegen in der Regel aus, wenn der Profi ein Kabel an die Elektrik des Hauses anschließt. Das geht natürlich beides nur, wenn sich die Garage neben dem Wohnhaus auf dem gleichen Grundstück befindet – eine Garage, die irgendwo auf der einer Wiese fernab steht, lässt sich nicht so leicht aufrüsten.

Einbruchschutz und Komfort in einem: Moderne Garagentore

Natürlich ist ein massives Metalltor mit Riegeln und Vorhängeschloss wirklich sicher. Aber komfortabel ist es nicht, und modern natürlich auch nicht. Moderne Garagentore erfüllen mehrere Aufgaben auf einmal: Sie sind einbruchsicher, unter Umständen mit Alarmanlagen ausgerüstet. Und sie sind komfortabel zu bedienen. Niemand steigt heutzutage mehr aus dem Auto aus, um das Garagentor zu öffnen. Die elektrischen Tore haben eine integrierte Hinderniserkennung über Lichtsensoren, schützen also auch vor Unfällen. Und natürlich lassen sich die meisten Modelle in Smart-Home-Konzepte integrieren – beispielsweise mit Entrematic Smart Connect. Per App kann man von überall aus kontrollieren, ob das Tor verschlossen ist, kann die Verriegelung aktivieren oder deaktivieren. Zeitsteuerungen ermöglichen das automatische Schließen und Verschließen des Tors zu einem fixen Zeitpunkt.

Allerdings müssen auch diese modernen Tore nicht zwangsläufig per App gesteuert werden. Ein Schalter in der Garage ermöglicht das Öffnen und Schließen auch ohne Smartphone, sozusagen manuell. Funksender, die in kleine Schlüssel integriert sind, können das Garagentor ebenfalls steuern. Der elektrische Garagentorantrieb kann nachgerüstet werden – manchmal muss dafür nicht einmal ein neues Tor eingebaut werden.

Denn sogar die aus Lamellen bestehenden flexiblen Rolltore oder Deckentore können derart aufgerüstet werden.

E-Mobilität erfordert Umrüsten

Der Verbrennungsmotor hat fast ausgedient, scheint es – E-Mobility boomt. Und das betrifft nicht nur das Auto, sondern eben auch elektrisch betriebene Motorräder und Fahrräder mit einem E-Motor. Die Fahrräder lassen sich noch recht einfach an einer normalen Steckdose laden – und die sollte in jeder Garage vorhanden sein. Aber was ist mit dem E-Auto? Einige Modelle können zwar auch an der normalen Haussteckdose geladen werden, aber das dauert ewig. In der Regel benötigen E-Autos eine spezielle Ladestation, die schnelles Laden ermöglicht. An Tankstellen, in einigen Parkhäusern und an Autobahnstationen gibt es diese Ladevorrichtungen bereits (wenn auch nicht flächendeckend in der wünschenswerten Dichte). Aber will man immer gleich in die Stadt fahren und stundenlang darauf warten, dass das Auto geladen ist? Komfortabler ist es, die Ladestation zu Hause zu haben. Und das bedeutet: Die Ladestation muss in der Garage zur Verfügung stehen. Werden heute energieeffiziente Wohnhäuser mit Garage geplant, gehört die E-Ladestation selbstverständlich gleich dazu. Aber natürlich kann auch eine bestehende Garage nachgerüstet werden.

Die Ladestation für E-Fahrzeuge lässt sich aber nur dann in eine bestehende Garage integrieren, wenn in der Nähe ein Starkstromanschluss eingerichtet werden kann. Ansonsten ist der Traum von der Schnellladestation nicht so leicht erfüllbar. Einfach ist ohnehin relativ – denn die Nachrüstung ist meist kostenintensiv. Aber was, wenn die Stromversorgung für die Ladestation gleich mitgedacht wird? Das ist ebenfalls möglich. Moderne Häuser müssen bis zu einem gewissen Grad energieeffizient gedacht werden – die dabei eingesetzten Technologien können natürlich auch bei einer Modernisierung der Garage genutzt werden. Wenn die eigene E-Ladestation über Sonnenenergie, Windenergie oder eine andere regenerative, eigene Energiequelle gespeist wird, ist das obendrein auch noch umweltfreundlich.

Fazit: Ladestation unbedingt nachrüsten, wenn die Garage aufgerüstet wird!

Laut dem Bundesverband für Elektromobilität in Österreich  gibt es mit Stand April 2020 etwa 32.000 E-Autos in Österreich, das sind ca. 0,6% des gesamten Pkw-Bestands. Garagen sind nicht nur bei Mehrfamilienhäusern und in größeren Wohnblocks, sondern auch in Einzel- und Doppelhäusern oft nicht ausreichend mit Stromanschlüssen ausgerüstet. In den nächsten Dekaden wird es aber nicht mehr ohne Lademöglichkeiten gehen: Die E-Mobilität hat schon stark zugenommen und wird das auch weiterhin tun. Wer seine Garage jetzt saniert oder modernisiert, sollte unbedingt an die Stromversorgung denken!

 

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