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Chuttersnap (Unsplash)

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Chiptuning für Elektroautos: Neuprogrammieren von Motorsteuerchips

Möchten Sie Ihr E-Auto aufmotzen? Das funktioniert, aber bislang müssen Sie sich in erster Linie auf die Verbesserung der Optik konzentrieren. In diesem Bereich stehen Ihnen die gleichen Möglichkeiten wie auch bei Autos mit klassischem Verbrennungsmotor zur Verfügung. Dabei sind einer kreativen Gestaltung kaum Grenzen gesetzt, sofern die Veränderungen nicht die von der Straßenverkehrsordnung (StVO) gesetzten Grenzen überschreiten.

Bei einer solchen optischen Optimierung werden in erster Linie das Fahrwerk, die Felgen und die Farbe wunschgemäß verändert bzw. optimiert. Das Aufmotzen der Optik können Sie übrigens auch bei einem Leasingfahrzeug durchführen. Denn es lassen sich alle Maßnahmen bei Bedarf später wieder Rückrüsten, sodass der Originalzustand wieder erreicht wird.

Kerniger V12-Sound für Elektroautos: Ist das möglich?

Anders sieht es im Hinblick auf das Soundtuning und die leistungssteigernden Eingriffe aus. Als Besitzer eines Elektroautos sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie bei einem E-Auto keinen voluminösen oder aggressiv brummigen Sound hinbekommen. Um durch entsprechende Tuningmaßnahmen einen kernigeren Motorsound beim Tritt auf das Gaspedal zu erreichen, muss zumindest ein Grundsound vorhanden sein. Beim E-Auto ist aber von vornherein wenig bis kein Sound vorhanden. Daher gibt es hier auch nur wenig Steigerungspotenzial. Auf einen guten oder vergleichbaren V8- oder V12-Klang, der erst richtig die Emotionen bei manchen Autofahrern in die Höhe treibt, müssen Sie bei einem Auto mit elektrischem Antrieb wahrscheinlich verzichten. Wer mag, kann sich allerdings um Soundfiles für den Innenbereich kümmern. Nach außen hin surrt der Elektromotor dann zwar auch weiterhin fast unhörbar vor sich hin. Allerdings erleben Fahrer und Beifahrer im Inneren des Fahrzeugs ein Soundspektakel, das den Klang von hochgezüchteten Powermotoren simuliert. Ob das sein muss, ist reine Geschmackssache.

Bremsanlagen umrüsten und den E-Wagen tieferlegen

Die Umrüstung von Bremsanlagen stellt demgegenüber ein gutes Beispiel dar, was im Tuningbereich von Elektroautos alles möglich ist.

So haben Sie hier die Möglichkeit …

  • die Bremsenkühlung zu verbessern,
  • 6-Kolben-Bremssysteme einzubauen oder auch
  • Sportbremsscheiben zu nutzen.

Möchten Sie Ihr E-Fahrzeug zudem auch noch tieferlegen? Ebenso wie bei Fahrzeugen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor stellt das auch kein Problem bei einem Elektroauto dar. Durch das Absenken Ihres E-Autos mit Tieferlegungsfedern verbessern Sie die gesamte Fahrdynamik. Mit dem Tieferlegen lagert sich gleichzeitig auch der Schwerpunkt der Batterie weiter nach unten. Dadurch ist ein komfortables und vor allem sportlicheres Fahren möglich. Wenn Sie aus Ihrem E-Auto einen echten Sportwagen machen möchten, sollten Sie auf ein Gewindefahrwerk zurückgreifen. Es fungiert dabei als echter Booster für Dynamik und Sportlichkeit.

Chiptuning für Elektroautos wird mehr und mehr zu einem großen Thema

An Bedeutung gewinnt mittlerweile immer mehr das Chiptuning für Elektroautos. Diesbezüglich gibt es bereits vielversprechende Ansätze. Diese Tuningform kommt dabei grundsätzlich dann zum Einsatz, wenn es um die gezielte Steigerung der Motorleistung geht. Im klassischen bzw. herkömmlichen Verständnis setzen Profi-Tuner hier auf insgesamt vier technische Tuningmöglichkeiten. Diese erzielen die entsprechende Leistungssteigerung des Motors.

1. Der Einbau eines Zwischensteckers

Bei dieser Tuningvariante steht die sogenannte Black Box (alternativ auch Power Box) im Fokus. Hierbei handelt es sich um ein Elektronikmodul, das zwischen den Sensoren bzw. den Einspritzdüsen und dem Motorsteuergerät Ihres Autos gesteckt wird. Dadurch werden die Sensorwerte so manipuliert, dass das System mehr Kraftstoff einspritzt.

2. Zehn-Cent-Tuning

Bei dieser Billigtuningvariante integrieren Sie einen Widerstand zwischen Motorsteuergerät und einem Temperaturgeber. Genauso wie beim Einbau eines Zwischensteckers werden auch hier durch den Widerstand falsche Werte vorgetäuscht. Da das System die Schummelei nicht bemerkt, wird aufgrund der vorliegenden Werte mehr Kraftstoff eingespritzt. Genutzt wird diese Tuningart in der Regel bei TDI-Motoren. Viele der im Handel erhältlichen Tuningboxen und Powerboxen enthalten ein solches Zehn-Cent-Tuningset. Aber Vorsicht: Professionelle Tuner raten deutlich von dieser Tuningvariante ab. Denn es wird letztendlich ein Messwert, wie zum Beispiel der Regelschieberweg oder die Kraftstofftemperatur, verändert. Durch die fehlende Anpassung der anderen Werte kann dies über kurz oder lang sogar zu einem Motorschaden führen.

3. Integrieren eines Power-Pedals

Bei dieser Variante wird eine Elektronikbox zwischen dem Steuergerät des Motors und dem Gaspedal zwischengeschaltet. Das verändert bzw. erhöht allerdings nicht die Maximalleistung des Motors, sondern lediglich das Ansprechverhalten beim Tritt auf das Gaspedal. Schon ein leichter Druck auf das Power-Pedal reicht aus, um eine höhere Motorleistung anzufordern.

4. Veränderung der Software im Motorsteuergerät

In diesem Fall programmiert der Tuner das Motorsteuergerät um bzw. neu. Das klappt auf zwei Arten:

  • direkt am auf der Platine sitzende Chip selbst

oder

  • über die OBD-Buchse mithilfe eines extern angeschlossenen Geräts.

In vielen Fällen wird der vom Werk verbaute Chip gleich komplett gegen einen neuen Chip ausgetauscht.

Maximale Beschleunigung durch eine Chip-Neuprogrammierung erreichen

Auch für ein Elektroauto stellt ein neu programmierter Tuning Chip die Premium-Lösung im Tuningbereich dar. Auf Basis der einzelnen Messwerte sorgt diese Form des Tunings bei Elektroautos für spezifische Veränderungen.

Zum Beispiel an …

  • Zünd- und Einspritzzeitpunkten,
  • Abgas-Rückführraten,
  • Ladedruck und
  • Einspritzmenge.

Auf diese Weise lassen sich auch an Elektroautos technische Optimierungen vornehmen, die den jeweiligen Beschleunigungswert deutlich erhöhen. Das klappt auch in der Praxis bereits. Ob beim Porsche Taycan, Honda-e, Tesla Model 3 oder auch bei den E-Autos von Mercedes und BMW: Mit einem verbauten Tuning Chip erhöhen die Tuner bereits spürbar die maximale Beschleunigung.

OTA als Spielverderber - Tuningerfolge bei E-Autos sind aktuell nur von kurzer Dauer

Das Problem dabei: Sie können sich immer nur kurz über ein erfolgreiches Chiptuning freuen und von der Leistungsoptimierung profitieren. Denn die so bezeichneten Over-The-Air-Updates (OTA) der Hersteller machen dem langfristigen Vergnügen hier schnell einen Strich durch die Rechnung. Denn die Hersteller-Updates überschreiben die veränderte Programmierung ganz einfach wieder. Ihr Elektroauto wird dadurch wieder in seinen ursprünglichen Zustand und das vom Werk vorgegebene Leistungsniveau zurückversetzt. Wer hier viel Geld für einen Tuning Chip bzw. das Neuprogrammieren der Software ausgegeben hat, wird gleich doppelt bestraft. Was bisher fehlt, ist ein Programm für das Chiptuning, das gegen das Überschreiben der Herstellerupdates geschützt ist. Noch gibt es ein solches Tuningprogramm nicht, aber einige Programmierer arbeiten bereits fleißig an der Entwicklung einer solchen Software. Kenner der Szene gehen davon aus, dass ein updatesicheres Programm für das Chiptuning von Elektroautos in der Zukunft zur Verfügung stehen wird. Allerdings müssen sich auch die Tuner selbst auf die neuen Anforderungen einstellen. Zum einen müssen Sie sich fundierte Kenntnisse über die physikalischen und mechanischen Eigenschaften von Elektroautos aneignen. Elektromotoren unterscheiden sich deutlich von einem Auto mit Verbrennungsmotor. Zum anderen benötigen Sie auch weitreichendes Wissen über Elektrotechnik und die Programmierung der Chips. Wie gut ein Tuner dabei beim Tuning von herkömmlichen Fahrzeugen war, zählt beim Chiptuning von E-Autos nicht mehr. Die Programmierung von Tuning Chips bei E-Autos bringt das Autotuning auf ein ganz neues Level.

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