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Editorial AUTOaktuell 5-2020

Klimaschutz ad absurdum. Die von der Regierung angedachte Ökosteuerreform ist diesen Ausdruck nicht wert. Es handelt sich dabei um eine Besitz- bzw. Kaufsteuer und geht am Klimaschutz vorbei. Die Idee ist ja nicht zu verwerfen. Es soll der klimaschädliche CO2-Ausstoß besteuert werden. So weit, so gut. Beim Kauf eines Automobils fällt aber kein CO2 an, erst beim Betrieb. Somit ist die nach CO2 Ausstoß gestaffelte Steuer absolut der falsche Weg. Besitzer von PS-starken Karossen, die ihren fahrbaren Untersatz nur ein paar Kilometer pro Jahr bewegen, kommen zum Handkuss. Der Regierung geht es anscheinend nicht um den Klimaschutz, sondern um eine weitere Möglichkeit, Autos und Besitz zu besteuern. Ginge es um den Klimaschutz, müsste der tatsächliche Verbrauch besteuert werden, und das geht ganz einfach über eine bereits bestehende Steuer, die Mineralölsteuer.

Wer 50.000 Kilometer im Jahr und mehr fährt, erzeugt erwiesenermaßen mehr CO2 als ein Sportwagen, der nur im Sommer ein wenig gefahren wird. Ein weiterer Punkt, der vergessen wird: Hybrid-Modelle. Laut Herstellerangaben und Prüfstandmessungen liegt deren Verbrauch bei zwei bis drei Litern auf 100 Kilometer. Tolle Sache, aber nur wenn die Batterie regelmäßig aufgeladen wird. Oft werden diese Autos gekauft, um der NoVA zu entgehen, getankt wird dann an der Zapfsäule. Hier müsste die Politik eingreifen, und den Sprit, also denn tatsächlichen Verbrauch, besteuern. Mit der Erhöhung der NoVA lügt man sich in die eigene Tasche, generiert eine fadenscheinige Steuer, belastet den einzelnen Bürger und das Klima geht vor die Hunde. Auch Gewerbetreibende, die für eine notwendige Neuanschaffung eines Firmenwagens nun viel mehr ausgeben müssen, sind davon betroffen. In Zeiten wie diesen das absolut falsche Signal! Am Beispiel eines VW Sharan, einem typischen Familienauto, zeigt sich, dass sich die NoVA bis 2024 verdoppelt! Das sind keine Maßnahmen gegen den Klimawandel, das ist ganz einfache Abzocke über neue Steuern,

meint Ihr
Christian Böhm