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Sébastien Ogier im Interview über sein DTM-Gastspiel in Österreich

Der fünffache Rallye-Weltmeister wird in Spielberg für Mercedes fahren. Er freut sich auf sein Antreten gegen die besten Tourenwagen-Piloten der Welt. Ticket-Vorverkauf für das Motorsport-Festival in der Steiermark läuft auf Hochtouren

Als ob der hochdramatische Titelkampf und die starken und spektakulären Auftritte der beiden Lokalmatadore Lucas Auer und Philipp Eng noch nicht genug wären: Wenn die DTM am nächsten Wochenende (vom 21. bis zum 23. September) am Red Bull Ring in Spielberg bei voller Fahrt ihr vorletztes Race-Weekend dieser Saison absolviert, dann gibt es eine weitere Attraktion: Sébastien Ogier, fünffacher Rallye-Weltmeister und einer der erfolgreichsten Motorsportler aller Zeiten, wird sich als Gaststarter zum ersten Mal mit den besten Tourenwagen-Piloten der Welt messen: in der DTM, in der Steiermark. Im Interview spricht der Franzose, der davor gerade die Türkei-Rallye bestreitet, über dieses Abenteuer.

Wer hatte diese für die Fans wirklich aufregende Idee, dass sie in Spielberg DTM fahren?

"So genau weiß ich das gar nicht mehr, denn ich bin ja mit einigen Akteuren in der DTM gut befreundet. Auf alle Fälle hat mich Mercedes dann Anfang des Sonmers gefragt, ob ich Interesse hätte. Und klar hatte ich (lacht)! Die DTM ist eine extrem hochwertige und professionelle Serie und es ist eine echte Herausforderung, hier gegen 18 sehr starke Piloten zu fahren."

Wie genau verfolgen Sie die DTM?

"Natürlich schon sehr genau, meine Frau arbeitet ja seit heuer hier als TV-Moderatorin. Zudem ist Toto Wolff ein guter Freund von mir, ich lebe jetzt ja in Kitzbühel - und mein Kind, sein Sohn und auch der Sohn von Gerhard Berger sind alle ungefähr im gleichen Alter zwischen ein und zwei Jahren. So etwas verbindet noch mehr."

Warum wurde Spielberg als Ort ausgewählt?

"Nicht unbedingt, wie alle glauben, wegen meines Sponsors, der ja der Eigentümer dort ist. In erster Linie ging es darum, ein freies Wochenende zu finden - und einen Termin, wo ich auch in der Woche danach keine Rallye habe. Denn ich bin mitten im WM-Kampf und da wäre es natürlich schwierig, wenn ich mich erst ab Montag auf die jeweilige Rallye konzentrieren würde. Zumal die DTM richtig harte Arbeit ist. Die Autos sind sensationell stark, die Kurvengeschwindigkeiten beeindruckend. Und dazu kommt, dass die Abstände unglaublich gering sind - hier liegen oft alle Autos innerhalb von sieben Zehntelsekunden. Ich wüsste keine Meisterschaft, wo das Feld so eng zusammen liegt und wo jeder kleinste Fehler platzierungsmäßig so sehr bestraft wird.

Einige ihre Kollegen trauen Ihnen viel zu. Sie meinen auch: der Red Bull Ring sei ideal für Gaststarter.

"Das werden wir erst sehen. Fest steht, dass Spielberg nicht eine so einfache Strecke ist, wie sie vom Layout her aussieht. Im Gegenteil: Viele dieser sehr schnellen Kurven dort haben ihre Tücken, du musst sie sehr präzise erwischen. Der Vorteil ist, dass ich die Strecke gut kenne: Ich durfte hier im Vorjahr ein Formel-1-Auto dank Red Bull testen und ich bin 2014 im Porsche Supercup gefahren.

Einer ihrer Teamkollegen damals war Philipp Eng, heute neben Lucas Auer - der nun ihr Markenkollege in der DTM ist - einer der beiden Österreicher im Feld.

"Ich verfolge beide natürlich genau. Beide haben schon super Rennen geboten, sind sehr schnell."

Ist ihr Rallye-Team M-Sport nicht etwas unglücklich, weil sie mitten im WM-Fight einen Seitensprung in die DTM wagen?

"Nein, sie sind dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. Man kann immer etwas dazulernen, wenn man etwas anderes ausprobiert. Ich denke, es wird in vielen Bereichen, ob im Auto oder bei den Abläufen, den einen oder anderen Impuls für mich geben, denn wir dann auch in der Rallye andenken können."

So gut wie alle DTM-Piloten , mit denen man spricht, glauben, dass sie der beste Gaststarter sein werden. Zumal sie beim ersten Mercedes-Test in Vallelunga beeindruckt haben sollen.

"Naja, aber danach ist Alex Zanardi in Misano Fünfter geworden - und hat die Latte fast unerreichbar hoch gelegt (schmunzelt). Für mich wird es sicher auch mental eine Umstellung: Ich bin es meist gewohnt, als ein Mitfavorit ins Rennen zu gehen. Nun ist es so, dass alles, was besser ist als der letzte Platz eigentlich schon eine Überraschung ist. Für einen so ehrgeizigen Menschen wie mich, der immer der Beste sein will, bedeutet das, das ich anders an die Sache herangehen muss. Ich kann eigentlich nur überraschen. Auch mich selbst."

Die DTM im ORF:Die Rennen in Spielberg am 22. und am 23. September 2018 werden jeweils live ab 13.15 Uhr in ORFeins übertragen.

Die DTM in Österreich: Am Red Bull Ring in Spielberg ist die DTM vom 21. bis zum 23. September 2018 zu Gast.

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