- Von Äpfel und Birnen
- Der Stoff aus dem Legenden sind
- 3,7!!
- Johannes! Brake, Brake, Brake, BRAKE!!!!
- Flinke Japaner auf Schnee
- Zurückblickend...sieht die Zukunft rosig aus.
- Bewusstseinserweiternd
- Porsche Cayenne Turbo: Schwergewichts-Meister
- Und ewig lockt das Elektromobil...
- Autosalon: Girls, Handy-Kameras und .... achja Autos.
Tagebuch
von Johannes Böhm
Und ewig lockt das Elektromobil...
Vorreiter, Wegbereiter, das Elektromobil selbst ist so alt wie der Wunsch nach individueller Mobilität. Schon um 1900 tüftelte Ferdinand Porsche am Elektroauto. Immer wieder wurde dieses Thema im Laufe der Jahrzehnte aufgegriffen. Und wieder beerdigt.
Mitsubishi wagt es dennoch. Wirft nun ein Großserien-Elektromobil auf die Straße und will sich so als Elektro-Vorreiter in die Köpfe brennen. Vorreiter bedeutet immer auch Kompromisse. Und davon gibt es einige. Die Wurzel des Elektro-Problems sorgt nämlich auch anno 2011 für eine Bauch- und keine Kopfentscheidung. Rationell ist dem Elektroauto nämlich derzeit nicht zu begegnen. 120 Kilometer Reichweite, 35.900,- Euro Basispreis und ein klappernder Innenraum ausstaffiert mit unbehandeltem Hartplastik. Luxuriöse Gemüter werden außen vor gelassen. So als wolle das knochige Ambiente des Innenraums auf die einhergehenden Kompromisse hinweisen. Das teuerste am Mitsubishi ist und bleibt das Lithium-Ionen-Akkupaket.
Der Alltag mit einem Elektroauto ist anders, wohl oder übel. Wohin will ich? Wie weit ist das? Kann ich dort aufladen? Block und Stift zur Hand, man skizziert Pi mal Daumen die Entfernung und addiert mal die aufkommenden Kilometer. Restpuffer einplanen und davon 100 Kilometer abziehen. Bleibt was übrig, kann es losgehen. Meistens bleibt man aber innerhalb der Stadtgrenzen. Die Angst überwiegt, besonders beim taufrischen Umstieg, saftlos liegen zu bleiben. Autobahn verringert die Reichweite merklich, auch Fahrten mit aktivierter Klimaanlage saugen mehr Strom als einem Lieb ist aus dem Akkupaket mit 16 kWh Kapazität. Anpassungsfähigkeit ist ja eine Stärke des Menschen und so wird sich auch der neu sortierte Alltag mit dem Mitsubishi zur Gewohnheit einpendeln. Dieses Phänomen konnte man übrigens in der AUTO aktuell Redaktion beobachten. Nur das Aufladen bereitete uns echtes Kopfzerbrechen. Unser Garagenstellplatz ist zwar mit einer Steckdose ausgerüstet, nur war diese für den i-Miev nicht zu gebrauchen. Nach drei Minuten flogen nämlich die Sicherungen. Des Rätsels Lösung: Der Elektro-Japaner verlangt zwar nach einer 230 Volt Steckdose, nur muss diese mit 16 Ampere abgesichert sein. Gut, das funktioniert also nicht. Wir brauchen also einen anderen Plan. Das Büro ist zum Glück im Erdgeschoß, der Gehsteig schmal und manchmal ist auch ein Parkplatz direkt am Bürofenster frei. Also: Mitsubishi einparken, das mit fünf Metern viel zu kurze Ladekabel anstecken, Parkschein einwerfen und ... warten. Was während der Arbeitszeit überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Sofern Sommer. Nicht auszudenken wie die Kollegenschaft auf ein offenes Fenster im Winter reagieren würde. Von der Heizbilanz ganz zu schweigen. Was lernen wir also? Prüfen der Auflademöglichkeit ist der erste und wichtigste Schritt. Und: Nicht jede Steckdose ist geeignet als Stromspender.
Flink und leichtfüßig kommt der Mitsubishi auf Touren. 67 Elektro-PS und 180 Nm treffen auf 1.100 Kilogramm. Die Spritzigkeit überrascht. Aber die flotte Fahrweise sollte man tunlichst vermeiden. Jeder Kilometer ist kostbar und die Anzeige informiert permanent über die abgerufene Strommenge. Wer im Eco-Bereich bleibt, schafft zumindest 110 Kilometer am Stück. Aber unbeschreiblich ist die Ruhe an Bord. Keine Vibrationen, kein Brummen oder nageln. Herrliche Stille. Das ist er einfachste Weg Elektroauto-Gegner zu überzeugen – eine Fahrt im Stadtverkehr. Ein Verbrennungsmotor wirkt plötzlich laut und antiquiert. Gedankenspiel. Wie wäre wohl das Stadtleben mit Elektroautos, die wie sanfte Windböen auf den Straßen säuseln? Reden wir in einem Jahrzehnt noch einmal. Der Mitsubishi ist jedoch hier und jetzt zu haben. Sicher ist 35.900,- Euro nicht mit Vernunft zu begegnen. Als Vorreiter muss man immer tiefer in die Tasche greifen. Den Rest erledigen die Gesetze der freien Marktwirtschaft. Elektromobilität wird günstiger werden und die Reichweite der Akkus wird sich erhöhen. Und Zweifler sollten zu Mitsubishi pilgern und eine Probefahrt mit dem i-Miev unternehmen – als Geschmacksprobe der automobilen Zukunft sozusagen... to be continued
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