- 3,7!!
- Johannes! Brake, Brake, Brake, BRAKE!!!!
- Flinke Japaner auf Schnee
- Zurückblickend...sieht die Zukunft rosig aus.
- Bewusstseinserweiternd
- Porsche Cayenne Turbo: Schwergewichts-Meister
- Und ewig lockt das Elektromobil...
- Autosalon: Girls, Handy-Kameras und .... achja Autos.
- Mit Schlafsack und Iglu in eisigen Höhen
- Sony's GT5 - Lust und Frust
Tagebuch
von Johannes Böhm
Mit Schlafsack und Iglu in eisigen Höhen
Seit nunmehr fünf Jahren bietet das Volvo Ice Camp Abenteuerlustigen eine frivole Art der Nächtigung im Geiste der Inuit. Ich hab mich auf 2.500 Höhenmetern in den Schlafsack gewuselt und eine Nacht im Iglu abgespult.
Tausende und abertausende Sterne erleuchten das Firmament, die Luft ist klar und frisch und die Temperatur salopp formuliert saukalt. Und dann diese unvergleichliche Stille. Bei jedem Schritt ist das Knirschen des Schnees die lauteste Schallwelle im Umkreis, selbst der eigene Herzschlag taktet zu den Sinneseindrücken auf knapp 2.500 Metern Seehöhe.
Am Fuße des Kitzsteinhorns hat sich das Volvo Ice Camp seit nunmehr fünf Jahren eingenistet und lockt abenteuerlustige Naturen in eisige Höhen um einer arktischen Behausung zu fröhnen und persönliche Eindrücke einzubrennen. Lange Unterhosen und Wollsocken sind ständige Begleiter, selbst beim Abendmahl sitzt man gut in Skikleidung gehüllt auf Rentierfellen und lauscht dem Bruzeln des Racletts. Nach einem üppigen Mahl schlendert man an die Eisbar und ordert einen „Tee mit Medizin“, bevor man die Schneebehausung verlässt und sich im Freien im Bogenschießen versucht.
Wer trotz dieser Höhe immer noch vor Energie strotzt kann auch einen Eisturm besteigen. Besser, viel besser ist jedoch der „Spa-Bereich“, wie das redseelige Ice-Camp-Personal liebevoll die Fasssauna, das beheizte Jacuzzi und eine Tippi-Zelt mit Feuerstelle nennt. Hier baumelt die Seele, hier verdichten sich die Eindrücke und hier genießt man vollends die Einsamkeit des Berges. Schwitzen in der Fasssauna, ein beherzter Sprung in den Tiefschnee und dann ab ins 38 Grad warme Jacuzzi. Die Augen schweifen über den Sternenhimmel zum Gipfel des Kitzsteinhorns direkt ins entspannte ich, bevor man ins Iglu stapft. Unmöbliert, kein fließend Wasser, kein Strom, dafür schneeweiße Wände und auf dem Schneebettpodest thronen Rentierfelle. Der Kerzenschein hilft bei der Schlafsackschlüpferei, dick vermummt, so dass nur das Nasenspitzerl ins Freie lugt, und dann wird die kalte klare Nacht umarmt...
Kalt? Mir nie! Wer kennt nicht noch die mittlerweile ergraute Werbung für Thermo-Unterwäsche. In einer ebensolchen schlüpfte ich in den Schlafsack und zippte bis zum Nasenspitzerl, mit Hauberl am Kopf. Gmiatlich nenn ich dennoch was anderes. Konstruktionsbedingt ist ja die Bewegungsfreiheit im Schlafsack stark eingeschränkt. Man liegt, man ruht und man wartet aufs Einschlafen. Ganz schön lang in meinem Fall. Und wenn dann die Äuglein zufallen beginnt das Spielchen keine zwei Stunden später von Neuem. Warum? Die Kalte Luft zieht sich bei der Atmung durch das Körperinnere und verbreitet Kälte. Abhilfe: Kopf in den Schlafsack stecken, aufwärmen mit der warmen Atemluft und dann einschlafen probieren. Und nun beginnt das Spielchen: aufwachen, umdrehen, versuchen die Beine abzuwinkeln, Kopf in den Schlafsack, aufwachen, aufwärmen, einschlafen, Kopf zu warm, aufwachen, Kopf raus, versuchen zu einschlafen, Polster verloren, Haube verloren, mittlerweile saukalt, Durst, Wasser eingefroren, ganzer Körper kalt, und dann hämmerts an der Tür: Aufstehen! Es ist halbacht. I have survived... Etwas überspitzt. Passender: Ich hab´s erlebt.
Wie von der Tarantel gestochen flitz ich aus dem Iglu in den Umkleideraum, werf mir den Skianzug über, stülpe in die Skischuhe und stürme in Richtung Piste. Die Sonne erhebt sich grad vom Firmament, die Pisten sind noch unberührt und meine Müdigkeit wie weg geblasen. Mit einem Maulfroschgrinser stürz ich die Piste hinab und setze erste Spuren in den Schnee. Es ist 7:48 Uhr morgens, und damit war das die früheste Abfahrt meines Lebens, und mit Sicherheit auch einer der Genialsten. Das Frühstück in der Bergstation kann ruhig auf mich warten...
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