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Volvo S60R
Aufgepasst! Der Volvo S60R hat es faustdick unterm Blechkleid. 300 PS und Allradantrieb sind dabei jedoch nur Details am Rande.
R wie rasant, R wie Rennauto oder besser noch R wie S60R. Ein Buchstabe sorgt bei Volvo für den gewissen Unterschied, was an sich bei den Schweden nichts Neues ist. Erstmals schickten die Schweden 1994 einen 850er mit 250 PS als R zu uns. Damit läutete man sozusagen die sportliche Ära der besonderen Art ein. Bis Anno ´99 verblüfften die meist knallig lackierten Limousinen oder Kombis mit grandiosen Fahrleis-tungen. Dann fielen die R´s dem Rotstift zum Opfer und man begnügte sich mit dem Kürzel T5,
was für 250 PS und Frontantrieb steht, als sportliche Aushängeschilder. Das reicht nicht, wie sich nicht nur Volvo dachte. Immerhin haben sich die Schweden gerade in der letzten Zeit mit dem neuen Allradantrieb der ebenso schwedischen Firma Haldex einen Namen gemacht. So liegt es an der Hand, dass sich die neuen R´s mit allen Vieren in den Asphalt beissen. Ebenso logisch ist es, dass fünf Zylinder für den typischen Motorensound und ein Turbolader für den Katapult-Effekt sorgen. 300 PS und 400 Nm lesen sich herrlich im Datenblatt. Nicht mindere Glücksgefühle hat die Beschleunigung zur Folge, denn der obligatorische Sprint auf 100 ist in 5,7 Sekunden passé. Dabei braucht man nur einmal zum Schalthebel zu greifen, und diesen in der exakten Gasse zur zweiten Stufe zu führen. Die neue Sechsgang-Box bietet jedoch auch knackig kurze Schaltwege, was ja bekanntlich zu einem Sportwagen gehört wie satte Leistung und Drehmoment. Besonders letzteres ist unglaublich. Das maximale Drehmoment steht bei ein bisserl mehr als 2.000 U/min auf Abruf bereit, was durch ungeheuren Schub zu erfühlen ist. Bis zum 7.000er wird man in das Ledergestühl gepresst, welches für die R´s modifiziert wurde, denn die in Sachen Komfort unumstritten zu den Klassenbesten zählenden Sessel bieten im R etwas mehr an Seitenhalt. Und das ist zwingend erforderlich. Selbst mit Winterbereifung beeindrucken die Kurvengeschwindigkeiten. Und bei 400 Newtonmetern bedankt man sich gedanklich mit jedem Gasstoß beim Allradantrieb, da dieser auch bei rutschigem Untergrund für atemraubendem Vortrieb sorgt.
Ein Ass hat der S60 R jedoch noch im Ärmel. Zusammen mit dem Feder/Dämpfer-Experten Öhlins entwickelten die Schweden ein aktives Fahrwerk, welches besonders um Traktion bemüht ist. Aber auch um Komfort, denn vom Innenraum aus kann man je nach Wunsch die bevorzugte Abstimmung aus Dreierlei wählen. Comfort, Sport und Advance erleichtern die Entscheidung. Sport bietet schon eine recht straffe Abstimmung. Advance jedoch steht für eine wahre Rundstrecken-Abstimmung, die nur auf glattem Asphalt em-pfehlenswert ist. Dieses aktive Fahrwerk namens Four-C mischt aber auch beim Bremsen und Beschleunigen mit.
Nicken und Wanken ist das Fachchinesisch für eine unruhige Karosserie bei verschärfter Gangart, was im Extremfall mit einer ungewollten Kaltverformung enden könnte. Hier hilft das aktive Fahrwerk und nimmt gleichzeitig dem elektronischen Schutzengel DSTC die Arbeit ab. Selbst abruptes Bremsen in der Kurve weiß die denkende Federung wirkungsvoll auszubügeln. Nur das Beschleunigen in der Kurve kann unliebsam enden, wenn man zügellos auf das Gaspedal steigt. Eine typische Eigenheit der Volvo-Turbos kann auch sehr erfahrene Hände ins Schwitzen bringen. Geht man schnell vom Gas, ist der Motor noch ein Momentchen gewillt für Vortrieb zu sorgen, was bei dieser Leistung fatal enden kann. Deswegen sollte man besonders engen oder rutschigen Kurven den Turbo niemals zu früh auf Touren bringen. Kritik muss die Lenkung einstecken. Zwar bietet diese angemessenen Widerstand, ist aber nach unserem Geschmack zu sparsam mit Rückmeldungen von der Fahrbahn. Was andererseits für besten Autobahn-Komfort sorgt. Wie die gewohnt üppige Geräuschdämmung. Dezent unauffällig dringen die Motorgeräusche in den Innenraum, was nicht so ganz nach unserem Geschmack ist. Noch ein bisserl mehr Sound des Fünfzylinders wäre kein Fehler gewesen. Das kann man von der Surround Anlage keinesfalls behaupten. Der Aufpreis für das Soundsystem mit 13 Lautsprechern und saftigem Verstärker lohnt sich. Der Sound erschüttert regelrecht den Innenraum und bringt so nebenbei jeden Hifi-Soundtuner ins Schwitzen, der dieses Klangbild zu optimieren versucht. Johannes Böhm
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Technische Daten
Motor: Fünfzylinder-Ottomotor, Abgasturbolader, zwei Intercooler, variable Ventilsteuerung
Hubraum: 2.521 ccm
max. Leistung: 300 PS
max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.950-5.250 U/min
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 5,7 sek., v-max: 250 km/h
Testverbrauch: 12,5 l/100 km
Preis des Testwagens: Eur 59.500,-
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| Design | |
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