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Volvo S40
"Es ist vollbracht!" Nicht zuletzt wegen seiner elektronischen Traktionskontrolle meisterte der S40 die verschneite Straße den Wechsel hinauf mit Bravour.
VOLVO FÜR EINSTEIGER
Jo Deimel
Der Volvo S40 1,6 lockt mit dem günstigsten Einstiegspreis aller Volvo-Modelle.
Mit 195er Winterreifen, die auf acht-speichigen Alufelgen sitzen, steht der Volvo S40 im Schnee. Der schwarze Metallic-Lack schimmert in der Sonne. Die Stoßstangen sind genauso in der Wagenfarbe mitlackiert wie die Gehäuse der Außenspiegel. Die markanten Frontleuchten lugen hinter Klarglas hervor. Unten im massiven Heck sitzt ein breites, verchromtes Auspuffrohr. Sportlich und elegant liegt der Wagen auf der verschneiten Fahrbahn ñ ein typischer S40 eben.
Und er kostet nicht die Welt. Denn unter der langen Motorhaube schnurrt der 109 PS starke Benziner mit 1,6 Liter Hub-raum. Er ist die Basis-Motorisierung der S40-Palette und die Alternative für all jene, die zum günstigsten Preis einen Volvo fahren möchten.
Das Alutriebwerk mit 16 Ventilen und variabler Nockenwellensteuerung kitzelt ein Drehmoment von 145 Nm aus dem kleinen Hubraum. Das reicht, um die Schweden-Limousine in zwölf Sekunden von Null auf Hundert zu katapultieren. Allerdings steht das maximale Drehmoment erst bei etwa 4.000 Touren an. Wer rasch überholen will, muß also zuvor erst einmal runterschalten und dann beherzt aufs Gaspedal treten. Was den Spritverbrauch schon mal auf 13 Liter Superbenzin pro hundert Kilometer erhöhen kann.
Besser ist es, den rechten Fuß im Zaum zu halten und die Drehzahl des Motors zwischen 2.500 und 3.000 Umdrehungen einzupendeln. Der Bordcomputer quittiert diese Fahrweise dann mit Verbräuchen zwischen sechs und zehn Litern. Gleichzeitig brummt der Motor dann sofort viel weniger rauh. Dadurch kann man das Radio leiser drehen, sich mit dem Beifahrer angenehmer unterhalten und das Ambiente im Innenraum in vollen Zügen genießen.
Gut im Griff
Wohin man seine Hände auch legt, der S40 greift sich einfach gut an. Servo macht die Lenkung limousinenhaft leichtgängig. Kursänderungen des Lenkers folgt sie trotzdem präzise.
Der Schalthebel gleitet ohne zu hakeln durch die Kulisse und rastet knackig in den einzelnen Gangstufen ein. Um die Schalter und Hebel zu bedienen, braucht man kein Handbuch, denn die Instrumente sind ebenso wie die Armaturen übersichtlich im Cockpit angeordnet.
Schon zu Beginn der winterlichen Testfahrt verwöhnen die beheizten Leder-/Jacquardsitze und die Klimaautomatik den vom Schneekehren fröstelnden Körper mit wohliger Wärme. Sofort nach Abfahrt zeigt der Bordcomputer, daß es draußen nur ein Grad plus hat und man daher mit glatten Straßen rechnen muß.
Diese Prophezeiung erfüllt sich prompt, als wir die salznasse Autobahn verlassen und ein eisiges Bergstraßerl den Wechsel hinauf in Angriff nehmen. Doch der S40 gibt sich keine Blöße. Vor der Kurve bremsen die vier Scheibenbremsen samt ABS und elektronischer Bremskraft-Verteilung die 1,3 Tonnen schwere Schwedenbombe kraftvoll und sicher ab. In der Kurve reagiert das Fahrwerk neutral und ohne heftige Lastwechsel, die das Heck zum Ausbrechen drängen könnten.
Beim Beschleunigen nach der Kurve verhindert die elektronische Traktionskontrolle ñ bei Volvo "DSA" genannt ñ daß die angetriebenen Vorderräder durchdrehen.
Preis & Leistung
Natürlich sorgt sich ein Volvo nicht nur aktiv darum, daß kein Unfall passiert. Auch die passive Sicherheit ñ falls der Unglücksfall doch einmal eintritt ñ wird großgeschrieben. Dazu zählt unter anderem ein aufwendiger Schutz gegen den Seitenaufprall, vier Airbags sowie Dreipunkt-Gurte und Kopfstützen auf allen Plätzen.
Apropos Platz ñ der Kofferraum braucht sich mit einem Fassungsvermögen von 471 Litern im Vergleich zur Konkurrenz nicht zu verstecken. Durch die geteilt umlegbare Rückbank läßt sich das Ladevolumen auf maximal 853 Liter erweitern.
Zum Schluß noch einige Worte zum Preis: Mit dem 1,6 Liter-Motor kann man immerhin schon ab öS 288.966,- seinen eigenen Volvo S40 fahren. Doch dieser Betrag ist der Basispreis ohne Sonderausstattung und somit unter Umständen erst der Anfang vom Glück. Denn die Liste der Extras ist sehr umfangreich.
Und schon durch die Klimaanlage wird die 300-Tausender-Grenze überschritten. Unser reich ausgestatteter Testwagen kostet laut Liste etwa 350.000,- Schilling.

Technische Daten
Motor: Reihenvierzylinder mit Vierventiltechnik, Vollalubauweise
Hubraum in ccm: 1.588
Max. Leistung: 80 kW/ 109 PS bei 5.900 U/min
Max. Drehmoment: 145 Nm bei 4.000 U/min.
Fahrleistungen: 0 -100 km/h in 12,0 sec., Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Kraftübertragung: Frontantrieb, Fünfganggetriebe
Fahrwerk: vorne McPherson Federbeine mit Stabilisator, hinten Mehrlenkerachse mit Stabilisator
Bremsen: Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet, ABS mit EBV
Bereifung: 195/55 R 15 auf 6x15 LM-Felgen
Abmessungen in mm (L/B/H): 4.483/1.717/1.411
Radstand in mm: 2.550
Leergewicht in kg: 1.220
Zuladung in kg: 530
Gepäckraumvolumen (VDA) in L: 420 - 853
Ladekantenhöhe in mm: 674
Tankinhalt in L: 60
Verbrauch nach MVEG in L (städtisch/ außerstädtisch/gesamt): 11,0/6,2/8,0
Testverbrauch in L: 9,2
Preis: öS 288.966,-, 8 21.000,-inkl. MwSt. und 10 % NoVA.
Austattung
4 Airbags, SIPS-Seitenaufprallschutz, Gepäcksnetz, integrierte Kindersitze, Positionsleuchten, elektronische Wegfahrsperre, WHIPS-Schutz, elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, Außentemperaturanzeige, elektrische Fensterheber vorne, Beifahrersitzlehne umklappbar, Zentralverriegelung
Extras des Testwagens:
Klarglasscheinwerfer, Nebelscheinwerfer, Scheinwerfer- Wisch-/Waschanlage, Bordcomputer, Holzdekor, Klimaautomatik, Lederlenkrad, Leder/Jacquardsitze, Sitzheizung vorne, Alufelgen, Metallic-Lack, DSA-Traktionskontrolle
Preis des Testwagens rund öS 350.000,-, 8 25.435,49
| Bewertung | |
| Design | |
|---|---|
| Serienausstattung | |
| Fahrverhalten | |
| Fahrleistung | |
| Verbrauch | |
| Verarbeitung | |
| Sicherheit | |


