A - B - C - D - F - H - J - K - L - M - N - O - P - R - S - T - V
Ariel | Abarth | Alfa Romeo | Audi | BMW | Bentley | Chrysler | Citroen | Cadillac | Chevrolet | Citroën | Dacia | Dodge | Daewoo | Daihatsu | Ford | Fiat | Honda | Hummer | Hyundai | Jaguar | Jeep | KTM | Kia | Lotus | Land Rover | Lamborghini | Lancia | Lexus | Mazda | Mercedes | Maserati | Mini Cooper | Mitsubishi | Nissan | Opel | Peugeot | Porsche | Range Rover | Renault | Rover | Suzuki | Smart | Saab | SsangYong | Seat | Skoda | Subaru | Toyota | Volkswagen | Volvo


20. Oktober 2002

Alfa Romeo 156 GTA SW

Alfa Romeo 156 GTA SW

Ein guter Stammbaum, tolles Design und ein röchelnder Motor mit 250 PS, der Alfa Romeo 156 GTA ist zweifels-ohne ein würdiger Nachfolger dieser ruhmreichen Familie.

Jeder Alfisti lächelt mich an, zeigt mir den hoch gestreck-ten Daumen und wirft mir neidische Blicke zu. Ja, denke ich mir, die Autowelt ist bei den Italienern noch in Ordnung. Immerhin erzählt das Kürzel „GTA" ganze Geschichten: Geschichten des Ruhmes, des Triumphes und Geschichten der Überlegenheit. Die damaligen GTA´s haben von 1965 bis 1970 die Sportwagenszene bestimmt und sämtliche Pokalschränke aus allen Nähten platzen lassen. Diese aufgemotzten Zeitgenossen wurden zur Gipfelung des Fahrfeelings auch bis unters Blechkleid von unnützen Komfortfeatures befreit.

Für Alfa Romeo war die Zeit nun reif für ein Comeback. Die alten Tugenden wurden in eine bekannt gefällige Hülle, in die Karosse des 156er verpackt. Dieser Blechschnitt läutete vor Jahren den Umbruch von Alfa Romeo in ein neues Zeitalter des Designs, der Emotion und der Qualität ein. Dass die einstigen Bürschchen, die den alten GTA´s an den Rennstrecken Europas nachhechelten, nun in der Blüte ihres Lebens stehen, ist den Italienern nicht verborgen geblieben. Da ist es auch kein Zufall, dass man im 156er GTA neben einer Traktionskontrolle auch den Komfort mitfahren lässt. Ausgeräumte Cockpits, unklimatisierte Stuben und steinharte Halbschalen für den Allerwertesten sind out. Elektrischer Firlefanz für Spiegel, Fenster und Sitzlehne und ein gekühlter Arbeitsplatz für den Piloten hätten in einem Auto, dessen Bezeichnung sich den Leichtbau zum Vorbild nimmt (das A bei GTA heißt Alleggerita, sprich Leichtbau), eigentlich Hausverbot. Aber so kommt man wenigstens nicht so schnell ins Schwitzen.

Der äußerliche Zierrat sendet erste Signale. Nämlich genau diese Signale, die im besonderen bei Männern den Pulsschlag steigern. Da haben wir den tief nach unten gezogenen Frontspoiler, die Seitenschweller samt Entlüftungsschlitzen für die Bremserei und am Hintern einen Diffuser. Nicht zu vergessen das verchromte Doppelendrohr und die heiligen drei Buchstaben „GTA". Ein weiteres Indiz sind die roten Bremssättel, die hinter den 17 Zöllern hervorspechteln. Jetzt ist alles klar: das, was da so glänzend in der Sonne steht, ist zweifelsohne eine der schönsten Verpackungen für 250 Pferde. Im wahrsten Sinne des Wortes geht das Design auch unter die (Blech) Haut. Der aufgebohrte V6 mit nun 3,2 Litern Hubraum darf, wenn auch viel zu selten, bei geöffneter Motorhaube glänzen. Bei sechs verchromten Ansaugrohren, einem formschönen Zylinderkopf und herrlich roten Schriftzügen schaut man einem Alfa immer wieder gerne unter die Haube. Wir schauen auch gerne in den Innenraum. Ganz besonders gern liebäugeln wir auf die schwarzen Leder-Sportsitze. Da setzt man sich nicht einfach rein, sondern da schlüpft man hinein. Die hohen Backen für Oberkörper und Hintern umgeben einen wie ein Korsett. Das wird aber erst richtig bei späterem Ritt übers Land gedankt. Nun steht einer Probe aufs Exempel nichts mehr im Wege. Die technischen Daten wurden studiert, die Ahnenreihe bewundert und die Sitzposition eingestellt. Auf gewohnte Art und Weise geht das Anstarten von statten. Ganz und gar nicht gewöhnlich sind allerdings die Geräusche des Sechsenders: ein dumpfes Blubbern am Stand, das sich schlagartig in ein heiseres Röcheln verwandelt, wenn der Gasfuß ungeduldig wird.Der belederte Schaltknauf flutscht bereitwillig und auf kurzem Wege in seine erste Position. Ein bisschen hart zu treten ist das Kupplungspedal, was zu einem GTA gehört wie der heisere Motorsound.

Unter dem Orchester des Antriebs katapultiert sich der 156er kanonenartig bis zum Drehzahlbegrenzer. Jetzt ist wieder eine flinke Hand gefragt, die den Knüppel in die zweite Position manövriert. Ein Gedicht sind ebenso Bremsen, Fahrwerk und Lenkung. Die Bremsen, von niemand geringerem als Brembo, packen kräftig zu, lassen sich gut dosieren und geben niemals auf. Das Fahrwerk ist brettelhart, dafür folgt die Karosse jeder Lenkbewegung ohne zu zögern, und beim Anbremsen lässt sich schon mal das Hinterteil dezent herauslocken. Die Lenkung ist herrlich direkt und dazu nicht zu leichtgängig. Nur der Wendekreis von zwölf Metern erinnert an die Zeiten, als man mit dem Kleinlaster die Möbel nach Hause transportiert hat, aber das tut hier nichts zur Sache. Auch der Benzinverbrauch ist angesichts der Fahrleistungen im grünen Bereich. Wer brav durch die Gegend schleicht und den Motor niemals ausdreht, kriegt einen Verbrauch von knappen zehn Litern hin. Im Normalfall muss man mit zwölf Litern rechnen. Einen entscheidenden Hacken gibt es allerdings. Wie so oft ist es der Preis, denn der Alfa 156 GTA kostet 46.000,- Euro. Knapp fünf Blaue weniger kostet ein BMW 330i Touring (231PS) oder ein Audi A4 3,0 Avant (220PS). Johannes Böhm

Alfa Romeo 156 GTA SW

Technische Daten

Motor: V6-Ottomotor, DOHC, 24 Ventile

Hubraum: 3.177 ccm

max. Leistung: 250 PS

max. Drehmoment: 300 Nm ab 4.800 U/min

Fahrleistungen: 0-100 km/h in 6,3 sek., v-max: 250 km/h

Testverbrauch: 11,9 l/100 km

Preis des Testwagens: Eur 47.274,-

 

Bewertung
Design sternsternsternsternstern
Serienausstattung sternsternsternsternstern
Fahrverhalten sternsternsternsternstern
Fahrleistung sternsternsternsternstern
Verbrauch sternsternsternsternkein stern
Verarbeitung sternsternsternsternkein stern
Sicherheit sternsternsternsternkein stern

« zurück | zur Übersicht |

Hyundai i10 click

login »JPETo™ CMS © Martin Thaller, Vienna, Austria